Neue Ideen für Fachkräfte-Suche im Grenzland

Jobsuche in Niederkrüchten, Brüggen und Schwalmtal : Neue Ideen für Fachkräfte-Suche

Die Initiative „Arbeiten, wo Du wohnst“ will bekannter werden und Partner finden. Deshalb luden Initiator David-Andreas Bergens und Vertreter der Westkreiskommunen Firmen ein.

Marc Oliver Künne führt eine Werbeagentur in Niederkrüchten-Oberkrüchten. Sein Weg zur Arbeit beträgt nur sechs Kilometer – das ist ein Stück Lebensqualität, das er auch seinen Mitarbeitern wünscht. „Jeden Tag 40, 50 Kilometer zur Arbeit pendeln, ist doch nicht sinnvoll“, meint Künne. Im Stau würden Zeit und Flexibilität verloren gehen. Deshalb suchte er für eine freie Stelle Bewerber aus der Region. Um die besser zu erreichen, gehört Künne zur Plattform „Arbeiten, wo Du wohnst“. Sie befindet sich gerade im Aufbau, aktuell gehören 16 Unternehmen aus dem Kreis Viersen dazu.

Initiiert hat David-Andreas Bergens diese Plattform im vergangenen Jahr. Der Geschäftsführer der Niederkrüchtener Pix Software GmbH spürt selbst den Mangel an Fachkräften, die in der Nähe wohnen. Seine Erfahrung: „Oft ist gar nicht bekannt, welche Unternehmen es unweit der eigenen Haustür gibt“, sagt Bergens. Bei der Jobsuche würden dann eher Städte wie Düsseldorf, Krefeld oder Mönchengladbach eingegeben – und schon verlängere sich der Stau auf der Autobahn. Im Gespräch mit Brüggens Wirtschaftsförderer Guido Schmidt entstand die Idee zur Initiative „Arbeiten, wo Du wohnst“. Sie wird unterstützt von den drei Gemeinden Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten. Deren Wirtschaftsförderer Guido Schmidt, Bernd Gather und Frank Grusen luden jetzt Unternehmen ins Schwalmtaler Rathaus ein, um weitere Ideen für die Initiative zu entwickeln und neue Partner für die Internet-Plattform zu finden. „Es gab erstaunlich viel Interesse, rund 25 Unternehmen waren gekommen“, sagt Bergens. Und deren Vertreter waren nicht nur dabei, sondern brachten auch viele, gute Ideen mit. „Eine Überlegung war, wie junge Menschen besser erreicht werden können“, nennt Niederkrüchtens Wirtschaftsförderer Frank Grusen ein Beispiel. Zwar gebe es die Ausbildermesse, aber man könne auch die Eltern ansprechen und noch andere Kanäle nutzen. Etwa die örtlichen Werbegemeinschaften und Gewerbevereine, soziale Medien oder Schulen. Ein anderer Vorschlag hat David-Andreas Bergens begeistert: „Warum nicht die leeren Flächen an Lkw bekleben? Darauf sind wir noch gar nicht gekommen.“

Die Gemeindevertreter sehen die Initiative aus mehreren Gründen als positiv an: „Wenn Pendeln vermieden werden kann, ist es entspannter: Die Mitarbeiter profitieren, die Firmen – und letztendlich auch die Kommunen“, fasst es Brüggens Bürgermeister Frank Gellen (CDU) zusammen. Schwalmtals Bürgermeister-Vertreter  Bernd Gather nennt es eine „Win-win-win-win-Situation“, auch wegen des Klimaschutzes.

Jetzt werden alle Ideen gesammelt; ein weiteres Treffen ist geplant. Ein konkretes Ergebnis: Die Niederkrüchtener Unternehmensgruppe Derix ist jetzt mit ihrer Homepage auf die Plattform verlinkt. Noch sichtbarer wird die Initiative werden, sobald die Plakate mit dem Slogan „Arbeiten, wo Du wohnst“ an den Autobahnauffahrten von Schwalmtal und Niederkrüchten stehen; in der Burggemeinde Brüggen stehen sie bereits. „Wir haben bewusst diese Standorte gewählt. Dort erreichen wir die Menschen, die wir erreichen wollen: die im Auto sitzen und auf dem Weg zur Arbeit im Stau stehen.“ Dass diese Zielgruppe erreichbar ist, hat Bergens selbst erfahren. Er hat einen neuen Mitarbeiter gefunden, der zuvor nach Mönchengladbach pendelte.

Daniela Buschkamp kommentiert hier. „Netzwerk im besten Sinne“