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Neue Idee: Grüne wollen „Kunstautomaten“ für Viersen

Kunst in Viersen : Grüne wollen „Kunstautomaten“ für Viersen

Kunst per Knopfdruck am Automaetn kaufen: Ein erfolgreiches Projekt aus Potsdam schlagen die Bündnisgrünen jetzt für die Kreisstadt vor. So würde es funktionieren.

(busch-) Die Viersener Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen  hat in einem Antrag an den Stadtrat vorgeschlagen, Kunstautomaten in der Stadt aufzustellen.  Die Verwaltung solle geeignete Stellen im öffentlichen Raum finden.

Woher kommt die Idee?

Kunstautomaten werden seit 2001 von einer Initiative aus Potsdam aus ausgedienten Zigarettenautomaten hergestellt. Sie sind etwa in Berlin, Düsseldorf, Köln und Bonn sowie in den Niederlanden und Österreich zu finden. Einzige Voraussetzungen: Es muss  geeignete Plätze dafür geben und jemand vor Ort übernimmt die Betreuung

Wie funktioniert der Automat? Das Besondere: Jeder Automat ist als Kunstwerk gestaltet und selbst ein Unikat, es sind ausgediente Zigarettenautomaten.  Für einen kleinen Geldbetrag erhält man daraus Kunstwerke im Miniaturformat: etwa ein kleines Bild, ein Objekt, ein Text in Lyrik oder Prosa oder einer Zeichnung - jeweils ein Unikat, das aus  vielfältigen Materialien gestaltet sein kann. Dazu gibt es einen Beipackzettel mit Informationen über das Leben und das Werk des Künstlers sowie eine Kontaktmöglichkeit. Die Werke stammen etwa von Kunstschaffen aus der Region, die vom Gewinn profitieren.

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Was kosten die Kunstwerke?

Das ist unterschiedlich. Der Preis hängt von der  Größe und der Gestaltung des Kunstwerks in Zigarettenpackungs-Größe ab.

Was ist das Ziel der Aktion?

 Die Fraktion begründet ihre Forderung zum einen mit der Aufwertung öffentlicher Räume durch jede Art von Kunst und zum anderen mit den existenziellen Schwierigkeiten vieler Kreativer durch die Corona-Pandemie. Annika Enzmann-Trizna, Ratsmitglied und Mitglied im Kulturausschuss, sagt dazu: „Das vergangene Jahr und die noch immer anhaltende pandemische Lage waren für viele Kunstschaffende eine existenzielle Belastung.“ Die notwendigen Einschränkungen hätten ihnen die Möglichkeit genommen, sich in der Öffentlichkeit mit ihrer Kunst präsentieren zu können. Museen seien nur eingeschränkt geöffnet gewesen, Märkte und Ausstellungen hätten nicht stattfinden können. Ihre Fraktionskollegin Christina Wolff-Dittrich ergänzt: „Durch das Aufstellen von Kunstautomaten kann die Stadt dazu beitragen, die Kunst- und Kreativszene zu beleben.“ Damit gebe es eine neue Plattform für lokale und regionale Kunstschaffenden, um ihre Kunst einem breiten Publikum bekannt zu machen.“

Welche Kosten kommen auf die Stadt zu?

Der Automat wird für die Stadt kostenneutral installiert, laufend bestückt und kostenfrei gewartet. Der gesamte Service wird durch das Büro Kunstautomaten Kunst & Kreativhaus in Potsdam organisiert.

Wie geht es jetzt mit dem Antrag weiter? 

Am Dienstag, 22. Juni,  ab 18 Uhr,  tagt der Stadtrat in der Festhalle am Hermann Hülser-Platz. Dann entscheidet er in der ersten Stufe des Antragsverfahrens darüber, ob sich die Verwaltung mit dem Thema beschäftigen soll. Die endgültige Entscheidung folgt später.