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Viersen: Neue Chance für Obi-Gegner

Viersen : Neue Chance für Obi-Gegner

Der Baumarkt in Hamm steht auf der Kippe – das zumindest ist die Interpretation der Bürgerinitiative nach einem Gespräch mit Bürgermeister Günter Thönnessen. CDU-Ratsherr Fritz Meies sieht bei einem Protest gute Chancen.

Der Baumarkt in Hamm steht auf der Kippe — das zumindest ist die Interpretation der Bürgerinitiative nach einem Gespräch mit Bürgermeister Günter Thönnessen. CDU-Ratsherr Fritz Meies sieht bei einem Protest gute Chancen.

Wenn Volker Breme an den geplanten Obi-Markt denkt, dann hatte der Sprecher der Bürgerinitiative Viersen-Hamm Bauchschmerzen. Sie haben in den vergangenen Tagen aber ein wenig abgenommen. Grund ist, dass er sich mit Bürgermeister Günter Thönnessen (SPD) getroffen hat. "Ich habe das lange Gespräch mit einem guten Gefühl verlassen", sagt Breme. "Ich denke, dass wir gute Chancen haben, dass Obi nicht bauen wird."

Die neue Chance für die Obi-Gegner sieht Volker Breme im Verhalten des Bürgermeisters. "Er hat sich unsere Bedenken angehört und viel notiert", sagt er. "Ich habe ihm angemerkt, dass er sich unwohl fühlte bei der Frage, was ihm denn wichtiger sei: Bürgerschutz oder Investorenrechte?"

Der Markt soll Ende 2013 eröffnen

Vor fünfeinhalb Monaten erklärte Dezernent Gerd Zenses dem Fachausschuss, dass der Vertrag mit dem Baumarkt-Riesen unterschrieben sei. Drei Jahre habe man verhandelt, nun solle der Markt an der Kölnischen Straße, über die die Zufahrt erfolgen soll, auf Höhe der Bachstraße entstehen. Ende 2013 könne er eröffnen.

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Doch damit haben vor allem die Anwohner in Hamm ein Problem. "Wir fürchten, dass es nicht bei einem Baumarkt bleiben wird, sondern sich in dem Gebiet auch Supermärkte ansiedeln wollen", sagt Volker Breme. Bereits vor einigen Jahren gab es schriftliche Anfragen an umliegende Landbesitzer, ob sie ihr Grundstück nicht verkaufen wollen. "Dabei ist es nach Meinung von Stadtplanern ein großer Fehler, die Kunden raus aus der Innenstadt und in die Außenbereiche einer Stadt zu locken", meint Breme.

Von dieser möglichen weiteren Bebauung sei, so CDU-Ratsherr Fritz Meies, aber nie die Rede gewesen. Als prominentester Gegner des Obi-Marktes hofft er ohnehin, dass die Ackerfläche dort bestehen bleibt — und macht sich berechtigte Hoffnungen. "Der Plan, dort einen Baumarkt anzusiedeln, steht diametral gegen den Landesentwicklungsplan", erklärt Meies. "Dieser sieht es nicht vor, weiteren Ackerboden für diese Art der Bebauung abzugeben." Mehrere Bürger hätten Anwälte eingeschaltet, um die Pläne der Stadt genau zu prüfen. "Sie werden tätig, und sie können juristisch begründen, warum dort nicht gebaut werden darf."

Im Gespräch mit Volker Breme erklärten die Stadtvertreter, dass einer vermeintlichen Verunstaltung des Stadtbildes durch Obi entgegengewirkt werden könne. So bestehe die Chance, dass der Markt kein orangefarbener Klotz würde, auch eine Begrünung auf dem Dach sei denkbar. "Ich gehe aber nicht davon aus, dass Obi das geringste Interesse an der Verschönerung unserer Stadt hat", sagt Fritz Meies.

FRAGE DES TAGES

(RP/rl)