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Neue Behandlungsmethode bei vergrößerter Prostata am AKH Viersen

Neue Behandlungsmethode am AKH VIersen : Vergrößerte Prostata: So hilft Wasserdampf

Beschwerden beim Wasserlassen sind ein charakteristisches Symptom einer gutartigen Prostatavergrößerung. Jeder zweite Mann ab 50 ist davon betroffen. Männer über 80 Jahren sogar zu 90 Prozent. Am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen gibt es ein neues, besonders schonendes Behandlungsverfahren.

Ab sofort gibt es am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen ein neues, schonendes Behandlungsverfahren bei einer gutartigen Prostata-Vergrößerung: Bei der Rezum-Therapie wird die Prostata durch eine Behandlung mit sterilem Wasserdampf verkleinert. „Wir sind bislang die einzige Klinik in der Region, die diese neue Behandlungsmethode anwendet“, sagt Knut Franke, Chefarzt der Klinik für Urologie am AKH. Bei der Wasserdampftherapie wird eine Sonde über die Harnröhre eingeführt. Über eine integrierte Kamera an der Spitze wird der Vorgang überwacht. Zusätzlich enthält die Sonde eine feine Nadel, die in der Prostata platziert wird. Durch sie wird gezielt Wasserdampf in das Gewebe abgegeben. „Der Wasserdampf führt zu einer Schrumpfung des gewucherten Prostata-Gewebes, die Einengung wird behoben“, erklärt Franke. Das überflüssige Gewebe wird vom Körper abgebaut.

Patienten könnten sowohl in Narkose als auch in örtlicher Betäubung behandelt werden. Dies sei besonders für alle mit Vorerkrankungen ein Vorteil. Weitere Medikamente seien nicht erforderlich. Bereits wenige Tage nach dem Eingriff könne der Patient wieder seinen normalen Alltag aufnehmen. In 95 Prozent der Fälle bleibe der Samenerguss erhalten. Deshalb eigne sich die Behandlung auch für jüngere Patienten.

Die Urologische Klinik am AKH Viersen habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht, teilte das Krankenhaus mit. Auch mehrere Studien würden inzwischen die positiven Ergebnisse dieses relativ jungen Verfahrens bestätigen.