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Neue Ausstellung im NRW-Landtag geplant

Kreis Viersen : Ausstellung: Landtag sucht Erinnerungen an die Briten

Die Streitkräfte prägten das Leben im Grenzland.

Mehr als 70 Jahre waren britische Truppen in Deutschland stationiert. Zum weitgehenden Abzug der Truppen soll von 4. Mai bis 2. Juni im NRW-Landtag eine Ausstellung gezeigt werden, die das deutsch-britische Zusammenleben beschreibt. In vielen Städten und Gemeinden wurden britische Siedlungen gebaut. Trotz getrennter Lebensweise gab es viele Begegnungen, etwa im Karneval, in Chören oder Sportvereinen.

In den Grenzgemeinden Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal prägte die Anwesenheit der britischen Truppen das Zusammenleben der Menschen. Zu Beginn der 1950er-Jahre wurde in Niederkrüchten-Elmpt die Royal Air Force (RAF) Station Brüggen eingerichtet, die das Gelände 2002 an die britische Armee übergab. Diese nutzte die Javelin Barracks bis 2015, gab das Gelände dann an die Bundesrepublik Deutschland zurück. Eine Entwicklungsgesellschaft und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die das ehemalige Briten-Gelände verwaltet, planen nun die künftige Nutzung. Ein Teil bleibt der Natur vorbehalten, ein Teil soll als Gewerbefläche vermarktet werden.

In Brüggen führte die britische Rheinarmee von 1984 bis 1996 ein Munitionsdepot, das zeitweise zu den größten in Europa gehörte. Heute ist das Naturschutzgebiet Brachter Wald ein beliebtes Ausflugsziel. Auch in Schwalmtal war die Anwesenheit der Streitkräfte spürbar. An der Grenze zu Mönchengladbach wurde Mitte der 1950er-Jahre das „Joint Headquarter“ (JHQ) eingerichtet. Damit verbunden waren viele weitere Einrichtungen in der Umgebung. So wurden die Gebäude der früheren Provinzial Heil- und Pflegeanstalt in Schwalmtal-Hostert erst als Militär-Hospital, von 1963 bis 1991 als Schule genutzt.

Für die Ausstellung im Landtag werden nun Erinnerungsstücke gesucht. Kuratorin Bettina Blum hofft auf Dokumente, Fotos oder andere Erinnerungsstücke, die die Schau bereichern könnten. Es interessieren nicht nur große oder besondere Ereignisse, sondern auch der normale Alltag in den britischen Siedlungen und mit britischen Nachbarn. Manche Stücke sollen danach auch im künftigen Haus der Landesgeschichte in Düsseldorf gezeigt werden. „Die Briten haben Nordrhein-Westfalen in vielerlei Hinsicht geprägt – vom Neuaufbau über die Demokratisierung bis zur Gründung des Landes. Diesen Teil der Landesgeschichte möchten wir in einer Ausstellung im Landtag, dem Haus der Bürger und dem Zentrum der Demokratie in Nordrhein-Westfalen, zeigen“, sagt Landtagspräsident André Kuper.

Wer Erinnerungsstücke hat, wendet sich per E-Mail an Kuratorin Blum: bettina.blum@web.de.

(biro)