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Neue Außen-Ausbildungsanlage der Feuerwehr Viersen

Viersen : Von Höhenrettung bis Schachtarbeit

Die Feuerwehr Viersen hat jetzt eine 400 Quadratmeter große Außen-Ausbildungsanlage. Haupt- und ehrenamtliche Kräfte haben sie mit viel Eigenleistung und Unterstützung von Unternehmen geschaffen

„Es sieht vielleicht sporadisch aus, aber was wir damit alles machen können ist nicht zu unterschätzen“, sagt Frank Kersbaum. Dabei blickt der Leiter der Viersener Feuerwehr mit Stolz über die neue Außen-Ausbildungsanlage mit Masten, Heißcontainer, Schacht und einem aufgebockten Lkw-Führerhaus. Auf einem ehemaligen Basketballfeld, das den Feuerwehrleuten während der Pausen und in der Freizeit zur Verfügung stand, ist eine Trainingseinheit entstanden, die mit der einer Berufsfeuerwehr zu vergleichen ist.

Auf 400 Quadratmeter Fläche können ab sofort die unterschiedlichsten Einsätze an der Feuerwache an der Gerberstraße in Viersen geübt werden. Das aufgebockte Führerhaus ermöglicht es so, die technische Hilfeleistung für einen realen Einsatz durchzuspielen. Das heißt, die Feuerwehrleute müssen auf der entsprechenden Höhe arbeiten und sich mit Verstärkungen der Fahrerkabine sowie den Airbag-Systemen auseinandersetzen.

Im Container erfolgt die Heißausbildung und dank des 2,50 Meter tiefen Schachts mit seinem Durchmesser von rund zwei Metern kann die Bergung aus der Tiefe simuliert werden. An den Masten hingegen ist die Höhenrettung angesagt. Podeste in den oberen Bereichen und eine Beleuchtung sollen noch angebracht werden. Das Abseilen und das Anfahren mit der Drehleiter gehören ebenfalls zu den Übungseinheiten. „Wir können dank der neuen Anlage die Ausbildung optimieren und brauchen dafür nicht mehr in andere Fortbildungszentren wie zum Beispiel Düsseldorf zu fahren. Hier können wir jetzt vor Ort lebens- und realitätsnah üben“, sagt Kersbaum.

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Die Idee stammt aus den eigenen Reihen, das nicht genutzte Basketballfeld animierte dazu. Das Besondere der Außen-Ausbildungsanlage ist die Erstellung. Was sonst locker einen sechsstelligen Betrag gekostet hätte, schlug in Viersen mit gerade einmal 10.000 Euro für Material wie Pflastersteine zu Buche. Die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Feuerwehrleute gingen nämlich gemeinsam an die Arbeit und schufen die Anlage in Eigenregie.

Hilfe erhielten sie von verschiedenen Firmen. So stellte das Bauunternehmen Lücker unter anderem Geräte für die Erdarbeiten zur Verfügung. Die Feuerwehrleute entfernten den alten Boden und pflasterten die gesamte Fläche. Für die Masten musste eine entsprechende Statik erstellt werden und es galt, Fundamente zu gießen. Das Unternehmen VW Hölter spendete den Metallcontainer, den wiederum der Abschleppdienst Bröker an seinen neuen Standort brachte.

Die Firma Leven schenkte der Feuerwehr das Lkw-Führerhaus. Rund ein halbes Jahr arbeitet das Team aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften zu Dienstzeiten und in der Freizeit an der Anlage. „Wir werden die Anlage noch vergrößern. Es folgt ein Container mit Tank- und Rohranlagen für das Training in Sachen Chemieunfälle und Gefahrgut“, informiert Kersbaum.

Voll des Lobes für die erbrachte Eigenleistung ist Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD). „Es geht um die Sicherheit der Bürger. Die Feuerwehr kann nun noch mehr üben, wobei sie diese Fläche ohne die eingebrachte Eigenleistung nicht hätte“, sagt die Bürgermeisterin.

Die neue Außen-Ausbildungsanlage steht der gesamten Viersener Feuerwehr zur Verfügung, hauptamtlich wie ehrenamtlich. „Wir werden gezielte Trainingseinheiten anbieten. Zudem kann jede Einheit die Anlage für ein eigenes Training nutzen“, sagt Kersbaum. Aktuell erfolgen die Einweisungen der Ausbilder auf der neuen Außenanlage.