Viersen: Neue Adresse für Kunst und Kultur

Viersen: Neue Adresse für Kunst und Kultur

Dagmar Reichel und Dirk Windbergs haben ihr Kunst- und Kulturhaus an die Süchtelner Straße verlegt. Der Umzug mit viel Papier und Theaterfundus war eine Herausforderung

Es geht ganz schön laut und lebendig im Veranstaltungs- und Probenraum des Kunst- und Kulturhauses von Dagmar Reichel und Dirk Windbergs zu: Die deutsch-niederländische Theatergruppe "Die Grenzhoppers" hat sich zu ihrem dienstäglichen Probenabend versammelt und entwickelt ihr neues Stück, in dem es darum geht, ob und wie man in der Gesellschaft unsichtbar wird, wenn man älter wird.

Die Bezeichnung Kunst- und Kulturhaus war bis vor einigen Wochen stets eng mit dem Straßennamen Bachstraße in Viersen verknüpft. Dort findet man es nun nicht mehr. Nach 18 Jahren haben die Künstlerin, Kulturpädagogin und Lehrbeauftragte an der Hochschule Niederrhein Dagmar Reichel und der Theaterpädagoge Dirk Windbergs einen Neustart in dem Haus an der Süchtelner Straße 163 unternommen. "Wir sind dankbar, so einen schönen Platz gefunden zu haben", sagt Reichel. Sehr schnell hätten sie sich in der neuen Umgebung wohlgefühlt.

Und die Theaterleute? "Wir gewöhnen uns dran", so ihr augenzwinkernder Kommentar. Die Aussicht sei nicht ganz so grün, das ist ihre einzige Kritik am neuen Standort des Kunst- und Kulturhauses. Dirk Windbergs betont auch im Zusammenhang mit den "Grenzhoppers" den Charakter des kompletten Neuanfangs: Das letzte Stück wurde auf der Bachstraße geprobt und abgeschlossen - und jetzt beginnt ein neues.

Ein Jahr nach ihrem Einzug in das Haus an der Bachstraße im Jahr 2000 hatten Reichel und Windbergs das Konzept für ein Kunst- und Kulturhaus fertig: Es sollte eine nicht-kommerzielle Plattform für regionale und überregionale Künstler aus allen Sparten darstellen. Musik, Lesungen, Theater und Ausstellungen sollten, sagt Reichel, "das Leben in Viersen bunter gestalten".

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Der Umzug stellte eine ziemliche Herausforderung dar: Allein die Zeichenschränke mit 48 Schubladen voller Papier, voller Kunst, "Material ohne Ende", wie Reichel berichtet, dann der Theaterfundus und natürlich das, was Menschen sowieso so ansammeln - all das wollte verpackt und von einem Ort zum anderen transportiert werden. Von vielem haben sich die beiden getrennt - ein Umzug ist auch eine gute Chance auf einen Neuanfang.

Mit Kunst, Theater, Ausstellungen und Kunstkursen soll es demnächst an der Süchtelner Straße weitergehen. Platz genug ist da. Neben den privaten Räumen gibt es Atelier- und Veranstaltungsräume. Dagmar Reichel plant zudem, das Haus regelmäßig an einem Tag in der Woche zu öffnen.

Auf jeden Fall wird im Sommer ein Fest zur offiziellen Eröffnung des Kunst- und Kulturhauses am neuen Standort geben.

(b-r)
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