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Viersen: Netto doch nicht am St.-Florian-Platz?

Viersen : Netto doch nicht am St.-Florian-Platz?

Verwaltung berät über neuen Discounter-Standort in Süchteln. Straßenführung nach Dülken steht auf dem Prüfstand.

Ein dickes Paket an Unterlagen gab's für die Mitglieder des Viersener Ausschusses für Stadtentwicklung und -planung — teilweise gemeinsam mit Vertretern des Ordnungs- und Straßenverkehrsausschusses — in der letzten Sitzung vor den Sommerferien abzuarbeiten. Und die Themen sorgten für zahlreiche Interessierte auf den Zuschauerrängen. Die aktuellste Mitteilung verkündete Bürgermeister Günter Thönnessen.

Nach Aussage des Verwaltungschefs ist es "nicht unmöglich", dass der Netto-Markt in der Süchtelner Innenstadt bleibt, aber nicht zum St-Florian-Platz umziehen wird. Eine Forderung, die vor allem von der dortigen Bürgerinitiative stets gestellt worden ist.

Neben den Bewohnern hat die CDU immer wieder auf die Prüfung von Alternativ-Standorten für den Netto-Markt im Zentrum von Süchteln gedrängt. Ein entsprechender Antrag ist inzwischen bei der Verwaltung eingegangen. Hintergrund: Dem Discounter ist das derzeitige Ladenlokal an der Hochstraße zu klein. Eine Verlagerung zum Florian-Platz wäre für die Verantwortlichen eine dauerhafte Alternative. Dafür müsste das dortige — in die Jahre gekommene — Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr weichen. "Wir sind bei der Arbeit", erklärte Thönnessen.

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"Wir sind dabei, die Dinge in die Tat umzusetzen.Die Suche nach einem weiteren Alternativstandort für Netto läuft, Gespräche mit den jeweiligen Grundstückseigentümern werden geführt." Doch auch die ursprüngliche Planung am Florian-Platz ist noch nicht vom Tisch. Allerdings: "Zusätzliche Shops wie eine Bäckerei oder ein Lotto-Geschäft wird es dort auf jeden Fall nicht geben", versicherte der Verwaltungschef. Parallel werden Gespräche mit der Bürgerinitiative geführt und diese über den Stand der Verhandlungen unterrichtet.

Die Gegner des geplanten Obi-Marktes im Bereich "Kölnische Straße/Kroanefeld" an der Viersener Stadtgrenze in Richtung Mönchengladbach zeigten sich über das Ergebnis der Sitzung weniger erfreut. Mit großer Mehrheit votierten die Politiker für die entsprechende Vorlage zum Bebauungsplan. Nach Aussage von Stadtplaner Jochen Kral sei die Erfolgsaussicht von möglichen rechtlichen Schritten der Bürgerinitiative gegen das Vorhaben "ausgesprochen gering". Kral: "Wir haben alles sauber geprüft." Auch der Beginn der Erdarbeiten, die inzwischen auf dem Gelände durchgeführt werden, sei korrekt. "Sollte das Gericht einer Klage Aussicht auf Erfolg geben, wird die Baustelle stillgelegt", so der Fachbereichsleiter.

Eine weitere Baustelle könnte mittelfristig im Bereich der L 29 zwischen Viersen und Dülken entstehen. Ein Gutachter überlegt zurzeit, wie der dortige Verkehrsfluss von täglich bis zu 20 000 Fahrzeugen optimiert werden kann. Ein Problempunkt ist die Anschlussstelle zur Autobahn 61 in Richtung Koblenz. Gerade mit Blick auf die Erschließung des nahe gelegenen Gewerbegebiets Ransberg sehen die Experten an dieser Stelle Handlungsbedarf. Überlegt wird, eine Ampelanlage oder einen "innenliegenden Einbiegefahrsteifen" in Richtung Dülken einzurichten. Keine Chance habe an dieser Stelle ein Kreisverkehr, da er das Verkehrsaufkommen in Spitzenzeiten nicht aufnehmen könnte. Gleichzeitig werden auch die Kreuzungsbereiche an der Dülkener und Süchtelner Straße sowie die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger auf dem gesamten Teilstück überprüft. FRAGE DES TAGES

(RP)