Viersen: Nettetaler Theo Heim sucht sein Kunstwerk

Viersen: Nettetaler Theo Heim sucht sein Kunstwerk

In Mönchengladbachbach stand eine rund drei Meter hohe Stahlplastik nach seinem Entwurf. Sie verschwand bei einem Schulausbau

Wenn Theo Heim mit Familie und Freunden in Mönchengladbach war, ist er zum Hugo-Junkers-Gymnasium gefahren. Der 83-Jährige aus Nettetal-Kaldenkirchen hat seinen Begleitern eine Stahlplastik gezeigt, die neben der Schule stand und die er entworfen und mit jungen Auszubildenden aus Mönchengladbach gebaut hat. In Heims Besitz ist auch noch ein Ausschnitt aus der Rheinischen Post vom 16. Mai 1987, als die etwa drei Meter hohe Plastik am Eingang des damals gerade neu gestalteten Lühl-Parks übergeben wurde.

Als Theo Heim vor etwa zwei Jahren sein Kunstwerk mit dem Titel "Zusammenstehn" besuchen wollte, war es weg. Seitdem sucht er die Plastik. Bisher ohne Erfolg. "Mir hat man gesagt, dass sie entfernt und für eine Restaurierung zur Kreishandwerkerschaft gebracht wurde, als das Gymnasium erweitert und umgebaut wurde", sagt er. Bei der Kreishandwerkerschaft hat Heim mehrfach nach dem Verbleib seiner Skulptur gefragt. Auch bei der Stadtverwaltung weiß niemand, wo die Stahlplastik ist. Heim war 48 Jahre alt, als ihn die Suche nach einem Arbeitsplatz in die Stadt führte. Das Unternehmen, bei dem er in Kaldenkirchen gearbeitet hat, orientierte sich neu und entließ den gelernten Bau- und Kunstschlosser. In Mönchengladbach wurde Kreishandwerksmeister Herbert Rebig auf ihn aufmerksam. "Herr Rebig hat mir eines Tages gesagt, dass er sich bei der Stadt mit einem Geschenk bedanken müsse. Ich sollte mir was einfallen lassen", erinnert sich Heim. Er gestaltete zwei Modelle aus Pappmaché und wurde mit ihnen bei Rebig vorstellig. Heim: "Er zeigte auf den Entwurf der späteren Plastik ,Zusammenstehn' und sagte nur: ,Das machen wir!'". Jetzt kann er nicht glauben, dass die Plastik so einfach verschwunden sein kann: "Das ist schon alles sehr mysteriös."

(RP)