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Nettetal/Brüggen: Demonstrationen mit rund 140 Menschen für den Klimaschutz

Demonstrationen in Nettetal und Brüggen : Rund 140 Klimaschützer auf den Straßen

Bei der ersten Demonstration von „Fridays for Future“ in Nettetal-Lobberich waren 80 Menschen, in Brüggen rund 60. Jugendliche gehörten ebenso dazu wie Senioren.

„Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle“, war ein Ruf der Protestierenden am Freitag im Lobbericher Zentrum. Erstmals hatte die Nettetaler Gruppe der „Fridays for Future“-Bewegung zu einer Demonstration aufgerufen. Das Motto lautete auch hier: „#KeinGradWeiter“.

Nach zögerlichem Anfang wurden es immer mehr Teilnehmer, die vom Rathaus zum alten Rathaus zogen. Wegen der Corona-Pandemie gab es Sicherheitsabstände und Maskenpflicht.  Nach Schätzungen der Polizei waren in Lobberich rund 80 Menschen auf der Straße. Mit der Demonstration sollte weiter Druck auf die Stadt Nettetal ausübt werden, sagte Nick Heuer, Nettetaler Organisator der Demo. Der öffentliche Personennahverkehr müsse verbessert werden. „Wir haben viele Orte, die gar nicht mit dem Bus erreichbar sind oder der Bus kommt nur alle zwei, drei Stunden“, erklärte Heuer. Auch die Verkehrssituation vor allem für Radfahrer müsse geändert werden. „Wir haben einen tollen Radweg von Kaldenkirchen bis nach Kempen, aber im Zentrum haben Radfahrer keine Chance“, sagte Sabine Siemens. Sie wünscht sich ein Konzept für den Ausbau des Radwegenetzes. Ein Problem: Viele Straßen seien viel zu schmal, um extra eine Radfahrerspur anzulegen. „Die Innenstadt muss eine 30er Zone werden, so können Radfahrer auch gut die Straße nutzen, ohne in Gefahr zu geraten“, meinte Margit Veken; sie streike für ihre Enkelkinder.

Zum Kreuzherrenplatz kamen rund 60 Demonstranten. Foto: Birgit Sroka

Zukünftig soll einmal im Monat in Nettetal für mehr Klimaschutz demonstriert werden: „Wir werden mehr werden und wir werden lauter werden“, sagte Heuer.

Im Brüggener Zentrum hatten Schülerinnen der „Fridays for Future“-Gruppe zu einer Kundgebung auf den Kreuzherrenplatz eingeladen. Etwa 60 Teilnehmer und einige Zuschauer verteilten sich dort am Nachmittag.

„Wir wollen mehr. Ihr hab uns noch lange nicht abgeschüttelt“, riefen Lara Willemsen und Franziska Boekels. Sie spielten damit auf die Pläne an, auch in der Burggemeinde möglicherweise ein  Schokoticket für Brüggener Schüler einzuführen.

„Fahrradwege müssen gut sein und nicht wie bei einem Kamelritt oder so schmal, dass sie nur für einen Seiltanz geeignet sind“, lautete eine weitere Forderung der Aktivistinnen. Man müsse auch widersprechen, wenn „irgendwelche Menschen Corona leugnen“, diskriminierende Äußerungen, Homophobie und Rassismus an den Tag legen oder „einfach Mist reden. Wir können es schaffen. Be the change!“, riefen sie. Längst geht es den Aktivisten nicht mehr ausschließlich um das Thema Klimaschutz. Sie möchten Bewegung in Themen bringen, die für sie besorgniserregend sind.

Die Kundgebung in Brüggen verlief sehr ruhig. Einige Teilnehmer gingen an das offene Mikrofon, forderten auf, etwas zu bewegen, auch im Kleinen. Sie lobten die Veranstalter, die die Demonstration trotz Corona organisiert hatten.