Nach Polizeieinsatz: Viersenerin schaltet Anwalt ein

Viersen : Nach Polizeieinsatz: Viersenerin schaltet Anwalt ein

Vier Tage nach dem Polizeieinsatz in einer Autowerkstatt in Mönchengladbach hat die Viersenerin Nicole S. einen Anwalt hinzugezogen. „Wir werden in verschiedene Richtungen rechtliche Schritte einleiten, auch Strafanzeige erstatten“, bestätigt Wolf Bonn, Rechtsanwalt aus Düsseldorf.

Am Dienstagabend habe es ein längeres Treffen mit der Mandantin gegeben.

Nicole S. beschuldigt Einsatzkräfte der Mönchengladbacher Polizei, sie am Freitagnachmittag in der Werkstatt ihres Ehemannes angegriffen und verletzt zu haben. In sozialen Medien veröffentlichte sie danach Fotos von sich, auf denen Hämatome und Prellungen an Armen, Beinen und Rippen zu sehen sind.

Polizei-Sprecherin Isabella Hannen bestätigte am Montag, dass es einen Einsatz in der Werkstatt gab: Eine Kundin habe über den Notruf die Polizei eingeschaltet, weil sie die Reparatur ihres Autos bezahlen, die Werkstatt den Wagen aber nicht freigeben wollte. Am Ende seien mehrere Streifenwagen mit Besatzungen vor Ort gewesen, weil der Einsatz offenbar eskalierte. Nach Polizeiangaben laufen gegen zwei Werkstatt-Mitarbeiter Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. Im Zusammenhang mit Nicole S. spricht die Polizei auch von „Widerstandshandlungen“ der Viersenerin.

So, wie sich der Sachverhalt nach Aussage seiner Mandantin darstelle, hätten die Polizisten ohne Rechtsgrundlage agiert, sagt Anwalt Bonn. Zum einen gehe es dabei um die Frage der Zuständigkeit. Da es sich um eine zivilrechtliche Angelegenheit gehandelt habe, auch eine Straftat nicht in Betracht gekommen sei, sei die Polizei unrechtmäßig angerückt. Und: Hätten die Polizeibeamten nicht rechtmäßig nach dem Polizeigesetz gehandelt, könne seine Mandantin auch auf Schmerzensgeld drängen. „Wir prüfen das jetzt.“

Zum genauen Hergang der Ereignisse in der Werkstatt kann die Polizei Mönchengladbach noch nichts sagen. „Wir haben keine neuen Erkenntnisse“, erklärte Hannen am Mittwoch. Die von Nicole S. im Internet veröffentlichten Vorwürfe seien mittlerweile zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft übergeben worden. Die Viersenerin schilderte in sozialen Medien unter anderem, sie sei gegen ein Auto geschleudert worden, Polizisten hätten sie geschlagen und gefesselt.

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