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Nach Ansturm auf Wertstoffhof - Mülltonnen in Viersen werden nicht geleert

Entsorgung in Viersen : Mülltonnen in Viersen werden nicht geleert

Grund war ein langer Stau am seit Montag wieder für Privatleute geöffneten Wertstoffhof an der ehemaligen Deponie in Süchteln.

Die Wiederöffnung des Entsorgungsstandortes an der ehemaligen Deponie in Viersen-Süchteln für Privatanlieferungen hat am Montag zu erheblichem Andrang geführt. Eine Folge: Die Müllwagen des von der Stadt mit der Müllabfuhr beauftragten Unternehmens Schönmackers standen im Stau. „Das führte leider dazu, dass nicht alle Mülltonnen wie geplant geleert werden können“, erklärte Stadtsprecher Frank Schliffke.

Leerungen, die staubedingt ausfielen, könnten nicht kurzfristig nachgeholt werden, hieß es von Seiten der Stadtverwaltung. „Tonnen, die stehengeblieben sind, werden erst bei der nächsten turnusgemäßen Leerung wieder bedient“, so Schliffke. „Ursache dafür ist der Umstand, dass das Müllaufkommen in den vergangenen Wochen erheblich zugenommen hat.“ Die Müllwagen müssten darum ohnehin häufiger als sonst zur Entleerung zur Deponie fahren, sodass die Touren schon ohne Stau länger dauerten. „Sogenannte Nachfahrten sind aus Kapazitätsgründen nicht zu schaffen“, so der Stadt-Sprecher.

Die Stadt bittet die Bürger darum, zu überlegen, ob tatsächlich alle als überflüssig erkannten Dinge sofort entsorgt werden müssen. Das gelte sowohl für die Fahrt zum Entsorgungsstandort als auch für den Einwurf in die Mülltonne. Der Stadtsprecher: „Wenn die Entsorgung gestreckt werden kann, hilft das bei der logistischen Bewältigung des Abfalls.“

Den Betrieb koordiniert die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) für den Kreis Viersen. Wer etwa Bauschutt am Standort Süchteln abliefern möchte, mehr als einen halben Kubikmeter Altpapier oder Metallschrott, muss mit dem Abfall auf die Waage fahren und je nach Gewicht Gebühren zahlen. „Wir haben fast kontinuierlich eine Schlange an der Waage“, berichtete Thomas Metz, Leiter der Anlage, am Montagmittag. „Heute haben wir innerhalb von sechs Stunden schon 140 Quittungen verkauft. Normalerweise sind es an einem Montag 60 bis 70“, sagte er. Hinzugerechnet werden müsse jeweils noch etwa die gleiche Zahl an Kunden, die kleinere Mengen kostenfrei anliefern.

Der Andrang jetzt, nachdem der Standort vier Wochen für Privatanlieferer geschlossen war, sei vergleichbar mit dem „an einem sehr gut besuchten Samstag“, erläuterte Metz. „Ich gehe davon aus, dass das im Laufe der Woche noch mehr wird.“ Weil es am ersten Tag zeitweise so voll war auf dem Gelände, sei ein Autofahrer bei einem Ausweichmanöver sogar in einen Graben gefahren. Um den Andrang bewältigen zu können, hatte die EGN für die Mitarbeiter in Süchteln ein neues Schichtsystem erarbeitet. Und: „Statt zwei Mitarbeitern haben wir jetzt auch vier am Kleinanlieferplatz“, sagte Metz.

Doch was, wenn sich der Verkehr auf der Einfahrt und bis zur Hindenburgstraße weiter zu Stoßzeiten wie morgens und am frühen Nachmittag so staut? „Im Zweifelsfall müssen wir irgendwann wieder schließen“, erklärte Metz. Er betonte: „Man kann nur jedem raten, die Sachen erstmal so lange wie möglich zu Hause zu behalten.“ Natürlich habe er Verständnis für Kunden, die etwa Grünabschnitt oder Inkontinenz-Abfälle abliefern wollten – „aber Altpapier zum Beispiel kann man auch vorerst zu Hause lagern“.

Bis Montagmittag seien von Privatleuten rund 100 Kubikmeter Abfall angeliefert worden, berichtete Metz. Rund 40 Kubikmeter davon sei Altpapier gewesen. Doch auch Bügelbretter und Grills, Fliesen, Schrankteile aus Holz und Teppiche landen in den Containern. Einer der Kunden war Holger Gotzes: Der 46-Jährige entsorgte zwei ausgediente Lattenroste und Matratzen, denn zu Hause hat er ein neues Bett. „Die Sachen haben zwei Wochen in der Garage gestanden“, erzählte er – jetzt kann er wieder sein Auto darin parken.