Viersen: Musik vom Feinsten

Viersen: Musik vom Feinsten

In der Rock-Kultur-Werkstatt in Viersen endete mit dem dritten Abend die Vorrunde im Band-Wettbewerb "Young Talents 2010". Die Bewertung fiel der Jury diesmal besonders schwer. Am Ende siegte die Gruppe "Kassiopeia".

"Ist diese Stimme nicht atemberaubend", murmelt Birgit Zerres andächtig und schaut auf die 21-jährige Lina, die gerade mit ihrer Band "Kassiopeia" den Song "lightning and silence" präsentiert. "Sie ist so soulig, das finde ich toll", lobt Zeress. Nach dieser "Kuschelrunde" zeigt Lina, dass sie auch anders kann. "Darf ich Euch ein bisschen anschreien", ruft sie (ein wenig nervös) ins Publikum.

Jury ist begeistert

Die Jury ist begeistert: "Ja, schrei mich an", freut sich Markus Heines und auch das Publikum wartet gespannt, was da wohl kommen mag. "Die Bewertung ist heute so schwer, ich würde am liebsten nach Hause gehen", jammert Zerres mit schmerzverzerrtem Gesicht. "Ich habe noch nicht eine einzige Note vergeben, sondern bisher nur Notizen gemacht". Auch Dieter Mai, Markus Heines und Kamil Albrecht sind sich einig, das hier ist "die Todesgruppe". "Die Qualität war noch nie so hoch wie in diesem Jahr. Und diese Runde ist ganz besonders hart. Alle sind anders und alle sind gut", meinen die Juroren.

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Während "Kassiopeia" noch um die Gunst der Jury und des Publikums kämpft, haben es sich die Musiker von "Toastbrot" schon bequem gemacht. "Wir hatten unseren Spaß", resümiert Jeromé. Schon zwei Mal haben es die Jungs mit ihrem "ultimativen Polenschranzalternativ-gabbaorientiertem Technobutzenstyle in Pop-Pock-Richtung mit Hip-Hop-Elementen" ins Finale geschafft. Sie haben sich auch in diesem Jahr die Jurykritik zu Herzen genommen.

Auch "Twelveinchninja" standen 2009 schon im Finale. "Aber dann hat uns unser Drummer verlassen und wir sind glorreicher Letzter geworden", sagen die Musiker. Nun sind sie mit voller Besetzung zurück. "Wir haben uns einen neuen Schlagzeuger und einen neuen Bassisten ins Boot geholt und hoffen nun auf bahnbrechende Erfolge", fasst Gitarrist Patrick (19) zusammen. Auf dem Programm stehen alte und neue Songs, "alles komplett neu aufgemacht. Wir sind ein bisschen lauter geworden", findet Patrick. "Und das macht uns tödlichen Bock."

Zu den Konkurrenten der dritten Vorrunde in der Rock-Kultur-Werkstatt gehören auch "Pregnant Skapunk". Sie sind zum ersten Mal bei "Young Life" dabei, vor der Jurybewertung haben sie aber keine Angst. "Wir versuchen immer, so gut wie möglich zu sein", sagen die Nachwuchsmusiker. Kurz vor der großen Entscheidung sind alle ein wenig angespannt. "Bei uns steht halt nicht so die Party im Vordergrund, wir sind eher für Denken und Fühlen", sagt Till (18) von "Kassiopeia". "Man weiß ja nie, was die Leute so wollen." An diesem Abend wollten sie "Kassiopeia". Unangefochten zieht die Band, deren Mitglieder erst im November vergangenen Jahres zusammengefunden haben, ins Finale ein. Auf dem zweiten Platz landen "Twelveinchninja", die sich außerdem als bestplatzierte Zweite die Finalteilnahme sichern. Platz drei geht an "Pregnant Skapunk" vor "Toastbrot".

(RP)
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