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Mund-Nase-Masken nähen in Viersen

Nähen in Viersen : Im Home-Office entstehen viele kleine und größere Masken

Mitarbeiter der Stadt und Mitglieder einer Nähgruppe fertigen Stoffmasken an, die zum Beispiel in der Kinderklinik eingesetzt werden sollen.

Auch, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Kitas und anderen Tagespflege-Einrichtungen derzeit nicht unbedingt ihren ganz normalen Job ausüben können: Untätig sind sie nicht. Denn einige von ihnen nähen Mund-Nase-Masken, die Teilnehmerinnen der „Junge-Mütter-Gruppe“ des Jugendzentrums Alo und der Fachstelle Frühe Hilfen des Jugendamtes verbringen ebenfalls fleißig Zeit an den Nähmaschinen. So entstehen kleine Schutzmasken für Kinder und große Masken für Erwachsene. Zum Einsatz kommen sollen sie etwa in der Kinderklinik des Allgemeinen Krankenhauses Viersen (AKH) und in Einrichtungen, in denen junge Menschen leben und betreut werden.

Am Anfang stand eine einfache Idee, wie ein Stadtsprecher erklärt: „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wegen der weitgehenden Schließung ihrer Einrichtungen im Home-Office tätig sind, wollten die Kolleginnen und Kollegen des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) unterstützen. Denn der ASD kann seine Arbeit nicht vollständig ins Büro und ans Telefon verlegen.“ Der ASD berät und unterstützt Familien zum Beispiel bei Schwierigkeiten in der Erziehung und der Kinderbetreuung. Die Mitarbeiter sollten die Masken beim persönlichen Kontakt mit den Familien einsetzen können. Die ersten Masken seien auch bereits benutzt worden, berichtet der Stadtsprecher – nicht nur von den Mitarbeitern des ASD, sondern auch von den Erwachsenen und Kindern, die sie besucht haben. „Zwar kann niemand gezwungen werden, einen solchen Schutz zu tragen. Wenn aber für alle Masken zur Verfügung stehen, sollte das Vorbild der Trägerinnen und Träger auch die restlichen Beteiligten motivieren“, sagt der Stadtsprecher. „Die Besuchten dürfen die Masken behalten und sollen sie weiterhin bei Bedarf einsetzen.“ Ein besonderes Merkmal der Jugendamtsmasken sei: „Man kann sie nicht also solche erkennen. Denn sie sind aus unterschiedlichen Stoffen und nach verschiedenen Schnittmustern entstanden.“

Die erste Lieferung wurde innerhalb des Jugendamtes verteilt. Bei Bedarf werden weitere Masken dafür angefertigt. „Die Näherinnen und Näher sind aber weiterhin fleißig“, betont der Stadtsprecher. „Die Masken werden dort eingesetzt, wo sie gebraucht werden.“ Also zum Beispiel in der Kinderklinik. „Verwendet werden können die einfachen Masken überall, wo sie bei der Beachtung der Hygieneregeln helfen. Ein Ersatz für Spezialprodukte im medizinischen Bereich sind sie nicht.“ Jugenddezernentin Cigdem Bern lobt die Initiative: „Es ist ein Zeichen gelebter Solidarität, über die Erledigung der eigenen Aufgaben im Home-Office hinaus Zeit und Mühe aufzuwenden, um andere in ihrer Arbeit zu unterstützen.“

(naf)