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Viersen: Mit heißem Wasser Wildkraut bekämpfen

Viersen : Mit heißem Wasser Wildkraut bekämpfen

Die Stadt Viersen setzt ein neues Sonderfahrzeug zur Unkrautvernichtung ein

Die Städtischen Betriebe haben rund 250.000 Euro in eine Maschine investiert, die den Einsatzkräften künftig die Arbeit erleichtern soll. Das neue Sonderfahrzeug entfernt unerwünschten Wildkräuter-Bewuchs zum Beispiel auf Geh- und Radwegen, auf Plätzen und auch am Fahrbahnrand im Stadtgebiet. Dabei würden die bewachsenen Stellen ausschließlich mit kochend heißem Wasser bespritzt, teilt Stadtsprecher Frank Schliffke mit.

Die Stadtverwaltung habe sich selbst dazu verpflichtet, im Regelbetrieb auf den Einsatz sogenannter Unkrautvernichtungsmittel zu verzichten, informiert Schliffke. Deshalb werde unerwünschter Bewuchs im öffentlichen Raum vorrangig mit mechanischen Verfahren beseitigt. Dazu nutzt die Stadt auf Flächen Arbeitsmaschinen mit rotierenden Drahtbürsten. An schwieriger zu erreichenden Stellen müssen Mitarbeiter der Städtischen Betriebe außerdem mit Bürsten und Kratzern händisch das Unkraut ausmachen.

Markus Kampe, Fachbereichsleiter Städtische Betriebe, betont, das neue Sonderfahrzeug entlaste die Mitarbeiter bei der körperlich anstrengenden Arbeit der Wildkräuterentfernung. Zugleich könnten mit gleichem Arbeitszeiteinsatz deutlich größere Flächen bearbeitet werden. Noch einen weiteren Vorteil habe der Einsatz von Wasser im Vergleich zu mechanischen Verfahren: "Der Oberflächenbelag wird nicht angegriffen."

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Die Maschine erkennt mit einem optischen Sensor selbsttätig, wo beispielsweise Moos auf Gehwegplatten gewachsen ist, erklärt Schliffke. Auch gegen größere Pflanzen gehe sie gezielt vor. "Durch die Sensorsteuerung werden Energie und Wasser gespart, da sie nur dort eingesetzt werden, wo tatsächlich Bewuchs zu beseitigen ist."

Das heiße Wasser bewirke, dass die Pflanzen absterben, erläutert der Stadtsprecher. "Nach Angaben des Herstellers wirkt die Methode besonders nachhaltig, weil auch die Wurzeln der Pflanzen absterben. Je nach Intensität des Bewuchses reichen 2,5 bis vier Durchgänge pro Jahr, um die betroffenen Bereiche frei von Pflanzen zu halten." Die Maschine schaffe im Einsatz zwischen 800 Meter und fünf Kilometer - je nachdem, wie stark die Fläche bewachsen ist.

Seit wenigen Tagen ist das neue Sonderfahrzeug in Betrieb. Zuerst sollten sich die Mitarbeiter damit noch vertraut machen und die Maschine ausprobieren. Nun soll das Fahrzeug regelmäßig im Stadtgebiet unterwegs sein. Eines der ersten Einsatzgebiete sind die Wege und die befestigten Flächen auf den städtischen Friedhöfen. "Passanten sollten sich darum nicht wundern, wenn ihnen in nächster Zeit eine Maschine über den Weg fährt, die im Bereich des vorderen Anbaus Wasser sprüht und dampft", sagt Schliffke.

In der Wildkrautbekämpfung werde ausschließlich reines Wasser ohne irgendwelche Zusätze genutzt, betont die Stadtverwaltung. Das einzige Zusatzmittel, das hin und wieder nach Bedarf benutzt werden könnte, sei ein Kalklöser für das Gerät selbst.

(RP)