Mit der Taschenlampe auf Glühwürmchen-Wanderung in Niederkrüchten-Elmpt

Entdeckungstour in Elmpt : Mit der Taschenlampe auf Glühwürmchen-Wanderung

20 Teilnehmer machten sich auf die Suche nach den kleinen Tierchen. Erst ganz am Ende, als die jüngsten Teilnehmer schon müde waren, wurde eines der Insekten gefunden.

Kinder und Erwachsene schauen alle auf das Foto, das Sebastian Polmans gerade aus seinem Rucksack gezogen hat. „So sehen Glühwürmchen aus. Diese Insekten suchen wir heute Abend. Wir gehen auf Glühwürmchen-Wanderung, allerdings ohne Garantie“, sagt der Diplom-Kulturwissenschaftler. Ein herzliches Lachen ist die Antwort der knapp 20 Besucher, die der Einladung des Naturparks Schwalm-Nette gefolgt sind und sich auf die „Spur von Glühwürmchen und Co“ machen. Jana, die extra eine Taschenlampe mitgebracht hat, erfährt direkt, warum eine Taschenlampe bei einer solchen Suche ganz wichtig ist. „Es gibt nämlich einen Trick, um Glühwürmchen anzulocken“, erzählt Polmans. Der 36-Jährige geht in die Hocke, hält die Taschenlampe knapp über den Boden und lässt sie mehrmals hintereinander kurz blinken. Glühwürmchen-Weibchen können nämlich nicht fliegen. Sie sitzen am Boden oder in Sträuchern und locken die Männchen mit ihrem Geblinke an. Und mit der Taschenlampe können diese Lichtmorsezeichen imitiert werden.

Die Besucher erfahren Wissenswertes zu den Insekten, unter anderem woher sie ihren Namen erhalten haben, und dann geht es in Richtung des Elmpter Waldes. Polmans entdeckt andere Käfer, kennt den Standort eines Ameisenhaufens und fordert auf, einmal dem Grillenkonzert und Vogelgezwitscher an einer Wildblumenwiese vor den Bäumen zu lauschen. Dass man mit Fledermäusen Ball spielen kann, wie der Elmpter berichtet, ist den kleinen und großen Teilnehmern der Tour genauso unbekannt, wie viele der Kleinigkeiten, auf die Polmans aufmerksam macht, während es entlang der Felder in Richtung Wald geht. Die Sonne verschwindet langsam und taucht alles noch einmal in ein strahlendes Licht. „Ich habe noch nie ein Glühwürmchen gesehen“, berichtet David, der neugierig ist, ob es mit der Sichtung der Insekten klappen wird. Auch Jule kennt Glühwürmchen nur aus Erzählungen. „Als Kind habe ich des Öfteren Glühwürmchen im Garten gesehen, aber seitdem nicht mehr“, sagt Maike Netuschil.

Inzwischen ist der Wald erreicht, wo es schon leicht dämmrig ist. Polmans leitet eine kurze Pause ein, die er dazu nutzt, zusammen mit den Kindern aus Ästen eine Art Tipi an einem Baum zu bauen. „Diese Tour ist einfach ein rundum schönes Angebot für alle“, lobt Ulla Moch. Über verschlungene Wege geht es weiter. Doch kein Glühwürmchen ist in Sicht. Auch der eingesetzte Taschenlampentrick hilft nicht weiter. Die jüngsten Teilnehmer werden müde, und so geht es teilweise mit den Eltern in Richtung Ausgangspunkt zurück. Doch eine kleine Gruppe um Polmans will nicht aufgeben. Augen huschen über den Boden, nehmen das dichte Gestrüpp am Wegesrand unter die Lupe, und dann schallt gegen 22.15 Uhr auf einmal der Ausruf „Wir haben eins entdeckt“ durch den Wald. Jule und ihr Vater dürfen sich als Entdecker feiern lassen. Auf dem Boden entlang einer Reihe von Brombeersträuchern sitzt ein Glühwürmchen und leuchtet. Ein strahlendes Lächeln macht die Runde in der auf sechs Personen geschrumpften Gruppe.

Polmans geht in die Hocke und nimmt die Käferdame vorsichtig auf die Hand. Handys werden gezückt. Die Begeisterung und das kleine Tierchen wie eine Taschenlampe in der Nacht blinken zu sehen, lässt Augen leuchten.

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