Mit dem Imker durch das Bienenjahr

Imker in Viersen : Das Bienenjahr beginnt im August

Für die Imker beginnt die Saisonvorbereitung nach der zweiten Honigernte.

Das Frühjahr ist zwar für Imker Matthias Krahn die spannendste Jahreszeit. Doch „das Bienenjahr beginnt eigentlich im August“, sagt der Viersener. Die zweite Honigernte des Jahres ist gerade  erst vorbei, „ich muss dann überlegen, wie ich mich für das kommende Jahr aufstellen möchte“.

Es geht im August um Fragen wie: Wie viele Völker sollen es werden? Wie geht es den Königinnen? Damit er letzteres kontrollieren kann, sind die Königinnen markiert. Der Imker hat je ein farbiges Opalithplättchen als Erkennungsmerkmal auf die Körper geklebt. Krahn muss außerdem im Blick behalten, dass sich die Varroa-Milbe nicht so stark ausbreiten kann. Dafür gebe es verschiedene Behandlungsmethoden, der Schädling schwäche die Bienen, erläutert er. Und: „Ich muss gucken, dass ich genügend Futter für den Winter habe. Wir füttern die Bienen nach der Honigernte.“ Weizenstärke, Maissirup oder Zuckerwasser stellt der Imker als Nahrungsquelle für die Insekten in einer kleinen Kiste bereit. Dabei muss er darauf achten, dass er nicht zu viel füttert. Sonst bunkern die Bienen in ihren Kisten – jedes Volk hat eine eigene – so viel Futter, dass sie keinen Platz mehr für ihre Brut haben. „Das alles abzuschätzen ist gar nicht so einfach, man vergleicht das mit den Vorjahren“, erklärt Krahn.

Im Herbst beginnt der Imker mit der Wabenhygiene. Er entfernt die Holzrahmen mit den ältesten Waben aus den Kisten und reinigt sie, das Wachs wird eingeschmolzen. Dieses Wachs eigne sich für die Kerzenherstellung, weiß Krahn. Er selbst mache aber keine Kerzen. Die entnommenen Waben, die noch heller sind, heißen „Jungfernwachs“. Das sei der Teil, den man beim Entdeckeln des Honigs bekomme, erläutert der 48-Jährige. Krahn lässt es bei einem Wachsumschmelzer in Kevelaer zu den dünnen Platten umarbeiten, die er jetzt im Winter gemeinsam mit seinen Kindern am Esstisch in die Holzrahmen setzt.

Im Frühjahr holt der Imker das alte Winterfutter aus den Kisten, „ich möchte ja Honig ernten“, sagt der Viersener. Wenn die Bienen zu Hause noch volle Vorratskammern hätten, wieso sollten sie dann in Gärten und Parks auf Nahrungssuche gehen?

Krahn hat Spaß am Imkern, „das ist ein schönes Hobby, ich kann es nur empfehlen“, sagt er. „Aber man muss sich einarbeiten und eine Menge über Biologie wissen“, ergänzt er. Wer sich ein Bienenvolk zulegen wolle, solle es nicht übers Internet kaufen. Denn da könne es passieren, dass der Anfänger überteuert alte Insekten bekomme. „Besser ist es, sich an einen Imkerverein zu wenden“, sagt Krahn.

Als er 2015 anfing zu imkern, stellte ihm der Imkerverein Viersen-Stadt einen Paten zur Seite, der ihn beriet. Bis heute gibt ihm der erfahrene Kollege Tipps, wenn er Rat braucht.