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Schwalmtal: Mit Apfelkernen in die USA

Schwalmtal : Mit Apfelkernen in die USA

Elisabeth Rohbeck hat ein Stipendium für ein Seminar bekommen, bei dem Experten sie für zwei Wochen zu Klimaschutz und Artenvielfalt informieren. Die 16-Jährige hat schon mehrmals bei Jugend forscht gewonnen.

Elisabeth Rohbeck schätzt, dass sie schon seit mindestens einem Jahr keine Chips mehr gegessen hat — sie sind ihr zu ungesund. Als Leistungssportlerin ernährt sich die 16-Jährige aus Waldniel bewusst. Nahrung ist aber auch ihr Forschungsthema: In mehreren Projekten hat sie als Teilnehmerin beim Wettbewerb Jugend forscht Lebensmittel erkundet. Sie untersuchte, ob Milchhäute gesund sind und ob man Apfelkerne mitessen kann. Für ihre Projekte hat sie erste Preise gewonnen.

Diese Preise könnten ihr geholfen haben, das Stipendium einer Stiftung des Pharmaunternehmens Bayer zu gewinnen. Elisabeth hatte sich dafür beworben, zu einem Nachhaltigkeits-Camp in die USA zu fahren. Um halb sechs Uhr morgens fliegt sie am Samstag los. Zwei Wochen lang informieren sie Experten über die Artenvielfalt, Klima- und Gewässerschutz. Gemeinsam mit deutschen und amerikanischen Schülern macht Elisabeth Experimente und Ausflüge.

Interesse an ihrer Umgebung

Sie interessiert sich schon lange genau für das, was sie umgibt. "Ich esse sehr gerne Äpfel. Aber bei den Kernen wusste ich nie: Soll ich die jetzt mitessen oder schmeiß' ich die weg?" Also untersuchte sie die Kerne verschiedener Apfelsorten, prüfte, was sie enthalten — zum Großteil Fett, aber auch Kohlenhydrate, Eiweiß, Zucker, "ein kleiner Anteil Nitrat und Nitrit sind auch drin", sagt sie. "Ich esse die jetzt mit. Das schadet nicht."

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In den USA möchte Elisabeth vor allem Kontakte zu anderen Schülern knüpfen und Neues über Nachhaltigkeit erfahren. Außerdem war sie noch nie in den USA, ist noch nie so lange geflogen. Das Camp hat die Stiftung in Pittsburgh in Pennsylvania organisiert, einem Staat im Nordosten der USA. "Darauf bin ich total gespannt", meint Elisabeth.

Nach den Sommerferien kommt sie in die elfte Klasse am Gymnasium St. Wolfhelm in Waldniel. Sie hat als Leistungskurse hat Biologie und Mathematik gewählt. In zwei Jahren möchte sie ihr Abitur am machen, danach vielleicht Ernährungswissenschaften studieren.

Vor ihrem Abflug in die USA hat die Schülerin aber noch einen wichtigen Termin: Am heutigen Freitag startet sie bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Mönchengladbach. Elisabeth ist Läuferin. Fünf Mal in der Woche trainiert sie im OSC Waldniel. Heute will sie die Distanz 3000 Meter laufen. In der Qualifikation lief sie die Strecke in 10:50 Minuten, ihre Bestzeit liegt bei 10:28 Minuten. "Ich habe keine Chance auf einen Sieg", sagt sie und lächelt. Das sei aber kein Problem. "Dabei sein ist alles."

(RP)