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Viersen: Ministerin von der Leyen fordert Ausbildungsplätze

Viersen : Ministerin von der Leyen fordert Ausbildungsplätze

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen besichtigte die Bildungsgesellschaft FAA in Viersen, in der auch Schulabbrecher den Einstieg in den Beruf schaffen sollen. Der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer hatte sie eingeladen.

500 Betriebe im Kreis Viersen bilden nicht aus, obwohl sie es dürfen. Diese Zahl nennt der Leiter der Arbeitsagentur Krefeld, Ingo Zielonkowsky, am Dienstag beim Besuch von Ursula von der Leyen. "Das ist viel", sagt die Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Die CDU-Politikerin besucht das Unternehmen FAA an der Helmholtzstraße: Hier werden Jugendliche und junge Erwachsene weiter- und ausgebildet, die bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt keinen Erfolg hatten. Viele von ihnen haben die Schule abgebrochen, einige kommen aus schwierigen Verhältnissen. Von der Leyen sagt, dass es wichtig ist, diese jungen Menschen zu unterstützen.

Die Ministerin ist auf Einladung von Uwe Schummer hier, dem CDU-Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis. Eine Stunde hat sie Zeit für die FAA. Politiker und Unternehmer sind angereist, Fotografen und Journalisten. Ursula von der Leyen bewegt sich umgeben von einer Traube von Menschen von Werkstatt zu Werkstatt. Kurz unterhält sie sich hier, fragt etwas dort. So erfährt sie, dass Daniel Houben (23), der für seine Ausbildung als Bauten- und Objektbeschichter jeden Morgen aus Gützenrath nach Viersen fährt, vor sechs Uhr aufsteht und am Abend um halb sechs wieder zu Hause ankommt. "Da weiß man, was man getan hat", sagt die Ministerin. Sie geht weiter in die nächste Abteilung, in der junge Menschen Pflastersteine legen, und in eine weitere, wo angehende Industriemechaniker an Metallteilen feilen.

In die Tiefe geht keins der kurzen Gespräche. Für einige der Menschen in der Traube ist es schwer, die Ministerin zu verstehen — in den Werkstätten wird gearbeitet, es surrt und pfeift. Etwas ruhiger wird es erst in einem Gespräch mit Zielonkowsky, Schummer und dem FAA-Geschäftsführer Johannes-Theodor Holland. Sie unterhält sich mit den Männern über die Situation auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Dabei appelliert sie an Unternehmen, mehr junge Menschen auszubilden — dies liege auch im Interesse der Unternehmen. Schließlich spürten einige Branchen und Regionen bereits den Fachkräftemangel. "Wenn Unternehmen nicht selber ausbilden, sind sie auf den allgemeinen Arbeitsmarkt angewiesen. Und wenn der leer gefegt ist, finden sie keinen mehr", sagt sie über drohenden Personalmangel. Sie erklärt zugleich, die Jugendlichen in Deutschland seien bereits in einer positiven Situation: Die Jugendarbeitslosigkeit sei die niedrigste in Europa, bei jungen Menschen herrsche fast Vollbeschäftigung. "Wir müssen die jungen Menschen, die in dieser guten Arbeitsmarktsituation noch keinen Anschluss gefunden haben, unterstützen", sagt von der Leyen.

Damit meint sie auch junge Menschen zwischen 25 und 35, die nach der Schule keinen Ausbildungsplatz erhielten, weil auf dem Ausbildungsmarkt eine Flaute herrschte. Im Kreis Viersen stehen heute 4000 Menschen in dieser Altersgruppe ohne Berufsabschluss da und sind arbeitslos gemeldet. Von der Leyen sagt, es sei wichtig, ihnen zu helfen: "Sie haben schließlich noch 30 Berufsjahre vor sich."

Kurz darauf ist sie wieder weg.

(RP)