Schwalmtal: Mineralienbörse lockt die Sammler nach Waldniel

Schwalmtal : Mineralienbörse lockt die Sammler nach Waldniel

Millionen Jahre alte Haifischzähne und zarte Kristalle zogen in der Achim-Besgen-Halle viele Blicke auf sich

Die 41. Mineralien- und Fossilienbörse hat am Wochenende viele Besucher aus Schwalmtal und Umgebung in die Waldnieler Achim-Besgen-Halle gelockt. Ein Highlight war die Auflösung einer Sammlung, aus der Manfred Korthals aus Lüttelforst einige besonders schöne Stücke anbot. Auch Freunde von Schmuck und Fossilien kamen auf ihre Kosten.

Eingeladen zur Börse hatte die Arbeitsgemeinschaft für Mineralogie und Geologie der Kreisvolkshochschule Viersen. Leiter der Arbeitsgemeinschaft ist Manfred Korthals. Er präsentiert unter anderem eine Gips-Druse aus Rumänien. Die stabförmigen Gips-Kristalle wirken fein und zerbrechlich. "Normalerweise entstehen solche Sachen in Hohlräumen", erklärt Korthals. "Die Kristalle wachsen von beiden Seiten zueinander, bis der Hohlraum komplett geschlossen ist oder sich die Wachstumsbedingungen ändern." Ein antikes Stück ist die Goethit-Druse, die 1937 in der mittlerweile geschlossenen Grube Blyberge in Sachsen gefunden wurde.

Einen seltenen Rubin-Zoisit aus Tansania und Olivin-Peridot-Stücke aus Norwegen mit viel Pyrit zeigt Werner Heinrich aus Meckenheim. "Das Gestein kommt aus über 180 Kilometern Tiefe und ist etwa drei Milliarden Jahre alt", sagt er. Reiner Zoisit ist farblos, kann aber durch Beimengungen von grauer bis gelber, grüner, rosa bis roter oder blauer bis violetter Farbe sein. Die in Waldniel gezeigten Stücke haben einen rötlichen Schimmer, sind mit grauen und weißen Linien durchzogen. Rubin-Zoisit wurde erstmals 1954 entdeckt.

Lutz von Hausen aus Wetter an der Ruhr weist auf achatisierte Korallen hin: In einer versteinerten Koralle hat sich Achat gebildet. Blau, beige und braun schimmert das Mineral in der hellen Koralle. "Das Besondere ist, dass es sehr alte Funde aus den 70er-Jahren sind. Die gibt es heute so gut wie gar nicht mehr", sagt von Hausen. Daneben liegen Haifischzähne. Sie sind zwischen zwei und zwanzig Millionen Jahre alt und stammen von der ausgestorbenen Haiart Megalodon. "Der wurde 18 bis 20 Meter groß und wenn der das Maul aufmachte, hätten Sie darin stehen können", sagt er. Daneben sehen versteinerte Seesterne eher wie harte Brötchen aus.

Info Die Arbeitsgemeinschaft für Mineralogie und Geologie der VHS freut sich über Mitstreiter. Wer die Gruppe kennenlernen möchte, kommt zu den Treffen, die an jedem ersten Donnerstag im Monat von 19.30 bis 21 Uhr im Gymnasium St. Wolfhelm, Turmstraße 2 in Waldniel, stattfinden.

(bigi)