Brüggen: Mieter können am Eichenweg einziehen

Brüggen: Mieter können am Eichenweg einziehen

Das öffentlich geförderte Haus in Brüggen ist bezugsfertig. Die Gemeindeverwaltung und die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen haben für alle zehn Wohnungen Mieter gefunden

Hell, schlicht, nur einzelne Möbel fehlen noch: Die Wohnungen im Haus der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (GWG) für den Kreis Viersen am Eichenweg in Brüggen sind fertiggestellt und bereits vermietet. "Wir haben Mieter für alle zehn Objekte gefunden", sagt Mike Zander, Prokurist der GWG. Rund 2,1 Millionen Euro hat der Bau der Wohnungen am Eichenweg gekostet, 970.000 Euro wurden durch öffentliche Mittel gedeckt.

Das 375 Quadratmeter große Gebäude besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil sind Wohnungen für noch nicht anerkannte Flüchtlinge vorgesehen, diesen hat die Gemeinde Brüggen gemietet, berichtet Anja Tiskens, zuständig für die Flüchtlingsarbeit der Burggemeinde. In der anderen Hälfte vermietet die GWG die fünf Wohnungen an anerkannte Flüchtlinge. "Die Wohnungen sind unterschiedlich aufgeteilt", sagt Tiskens. Je nach Bedarf können einzelne Personen oder Familien zusammen in einer Wohnung untergebracht werden.

48 bis 76 Quadratmeter groß sind die Wohnungen, die zwei oder drei Zimmer haben. Pro Zimmer wird mit zwei Bewohnern gerechnet, insgesamt sollen 48 Asylsuchende in dem Wohnhaus untergebracht werden. Jeder bekommt einen eigenen Spind, Bad, Küche und Abstellraum teilen sich die Bewohner. Die Grundeinrichtung ist in allen Wohnungen gleich: Eine Küche, Sanitäranlagen und ein Bett pro Person sind vorhanden. Tische, Nachtschränkchen und Stühle wurden gespendet. Weitere Geräte oder Möbel würden die Mieter voraussichtlich selbst mitbringen, sagt Tiskens.

Im zweigeschossigen Haus ist ein Aufzug eingebaut, das gesamte Gebäude ist unterkellert. Unten gibt es Stauraum für die Habseligkeiten der Mieter, Heizungsanlage und ein Waschkeller befinden sich dort. Die Steckdosen sind nummeriert und abschließbar - Streitigkeiten um Stromverbrauch und Nutzungsanspruch sollen so vermieden werden.

"Das Haus ist nachhaltig und nach neustem Standard ausgestattet", sagt Zander. Dazu gehören eine Solaranlage und ein zweischaliges Mauerwerk. Bei Planung und Umsetzung hätten Gemeinde und GWG eng zusammengearbeitet, sagt Zander. "Uns war wichtig, ein Haus zu schaffen, das sich in die Umgebung gut einfügt", so der Prokurist.

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Dazu gehört neben der technischen Ausstattung auch eine ansprechende Gestaltung. Es sollten keine "Wohnungen für Arme" werden, sondern erschwinglicher Wohnraum, der modernen Anforderungen entspricht. Das Haus soll langfristig als sozialer Wohnraum genutzt werden können. Zander: "Als gemeinnütziger Wohnungsgesellschaft geht es uns nicht darum, den höchsten Profit mit dem Objekt zu machen, sondern dem Wohnungsmangel entgegenzuwirken."

Auch Verwaltungsmitarbeiter und Politiker bewerteten bei einer Besichtigung das Ergebnis der Arbeiten, die im Herbst 2016 auf dem 1650 Quadratmeter großen Grundstück begannen, als sehr ansprechend. "Von solchen Wohnungen bräuchten wir mehr", sagt Berthold Bauer von der Senioren-Union der CDU in Brüggen. "Es gibt viele junge Familien oder Senioren, die genau solche Wohnungen suchen."

Die Kaltmiete im vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten GWG-Haus liegt bei 5,25 Euro pro Quadratmeter. "Der Mietpreis für vergleichbaren frei finanzierten Wohnraum in Brüggen liegt bei 7,25 Euro", sagt Zander.

Nach einem ähnlichen Konzept wie am Brüggener Eichenweg sind in Schwalmtal am Fischelner Weg acht, an der Heerstraße zehn Wohnungen entstanden. Die GWG vermietet den öffentlich geförderten Wohnraum unter anderem in Absprache mit der Gemeinde. "Auch Flüchtlingsfamilien, die anerkannt sind und ein Bleiberecht haben, wohnen zum Teil dort", sagt Zander.

(juz)
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