Mehrheit der Firmen im Kreis Viersen sieht in EU „großen Vorteil“

Wirtschaft im Kreis Viersen : Firmen im Kreis Viersen sehen in EU „großen Vorteil“

Mehr als die Hälfte der Firmen im Kreis Viersen sehen im EU-Binnenmarkt einen Vorteil oder sehr großen Vorteil für ihren Betrieb. Das ist eines der Ergebnisse einer Befragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein vor der Europawahl am 26. Mai.

Wie beurteilen die Unternehmen am Niederrhein die Bedeutung der EU? Welche Rolle spielt der Binnenmarkt für ihr Geschäft? Dazu befragte die Kammer ihre Mitgliedsunternehmen. Mehr als 400 Betriebe aus der Region, davon 100 aus dem Kreis Viersen, haben sich beteiligt.

„Unsere Analyse zeigt, dass die europäische Integration für die Wirtschaft in der Region insgesamt und die Betriebe vor Ort im Kreis Viersen, in Krefeld, Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss von großer Bedeutung ist“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Für weniger als ein Prozent ist der Binnenmarkt ein Nachteil. „Die Unternehmen schätzen die Vorzüge des Binnenmarkts“, so Steinmetz. „Er ist für den Wohlstand unserer Region von großer Bedeutung.“

Dass der Binnenmarkt reibungslos funktioniert, ist von offenen Grenzen abhängig. „Mehr Grenzkontrollen innerhalb Europas würden den Unternehmen schaden“, so Steinmetz. Dies sehen 29 Prozent der Betriebe im Kreis Viersen so. Sechs Prozent der Unternehmen erwarten positive oder sehr positive Effekte durch mehr Grenzkontrollen. „Grenzkontrollen wären auch deshalb Gift für die Außenwirtschaft, weil ein großer Teil des Umsatzes in unserer Region mit Kunden aus dem EU-Ausland generiert wird“, erläuterte der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Bei den Industriebetrieben am Mittleren Niederrhein machen nur zwölf Prozent keinen Umsatz mit Kunden aus dem EU-Ausland, 50 Prozent von ihnen erwirtschaften bis zu 25 Prozent ihres Umsatzes im EU-Binnenmarkt. Bei knapp 15 Prozent der Industrieunternehmen wird sogar mehr als jeder zweite Euro im EU-Ausland verdient.

Für die niederrheinische Wirtschaft sind vor allem die angrenzenden Benelux-Länder wichtig. 44 Prozent der Betriebe gaben an, dass diese Staaten für sie der bedeutendste europäische Markt sind. Bei den exportorientierten Dienstleistern lag dieser Wert sogar bei 51 Prozent.

Zwar schätzen die Unternehmen am Niederrhein die Vorteile der Europäischen Union, gleichzeitig kritisieren sie allerdings auch die Brüsseler Bürokratie: Knapp 80 Prozent der Befragten empfinden die Regulierungsdichte in der EU als zu hoch.

(mrö)
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