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Viersen: Mehr Sicherheit für Radfahrer in Viersen

Viersen : Mehr Sicherheit für Radfahrer in Viersen

Die Gefahrenstellen im Radwegenetz der Kreisstadt erkennen und nach Lösungen suchen, das hat sich die AG 60 Plus auf die Fahnen geschrieben. Noch bis Anfang August sammelt die AG Hinweise auf Problemstellen.

Der Aktenordner, den Jochen Häntsch in den Händen hält, ist bereits gut gefüllt. "Wir haben schon 71 Meldungen von Bürgern erhalten, die sich die Mühe gemacht haben und uns berichteten, wo es nach ihrer Meinung Gefahrenstellen im Viersener Straßenverkehr bezüglich des Radwegenetzes gibt", berichtet Häntsch und blättert durch den Ordner. 37 Problemstellen haben sich dabei bisher herauskristallisiert, wie die aus den Meldungen zusammengestellte Liste zeigt.

Den Gefahrenquellen für Radfahrer auf der Spur, das hat sich die AG 60 Plus auf ihre Fahnen geschrieben. Dabei sollen die Bürger aber nicht nur einfach Gelegenheit zum Meckern bekommen und die Missstände aufgenommen werden, die AG hat sich viel mehr vorgenommen. "Zunächst einmal haben wir die Meldungen gesammelt und bei den Eingängen geschaut, wo mehrere Bürger das gleiche Problem beschreiben. Zeitgleich haben wir die Unfallstatistik 2014 betreffend Radfahrer von der Kreispolizeibehörde angefordert", informiert Häntsch.

Die AG machte sich an eine genaue Auswertung der Unfallschwerpunkte im Viersener Radwegenetz. Wo lag menschliches Fehlverhalten vor, wie zum Beispiel das Nichtbeachten von rechts vor links oder ein Fehler beim Abbiegen? Auch gab es bei den Unfällen Vorkommnisse wegen Volltrunkenheit. Aber es sind auch Unfälle, bei denen die Ursache eventuell aufgrund der gegebenen Situation wie unzureichende Straßenmarkierung, Mängel bei der Verkehrsregulierung oder dem Zustand der Fahrbahndecke liegen könnten. Und hier gilt es genau hinzuschauen. "Als Nächstes werden wir einen Abgleich der von den Bürgern genannten Situationen mit den geschehenen Unfällen machen, um zu schauen, ob Zusammenhänge bestehen", sagt Häntsch.

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Nach all diesen Kriterien soll es dann im Herbst zu Begehungen der einzelnen Stellen kommen, um sich direkt vor Ort ein so detailliertes Bild wie möglich zu machen. Dazu sollen auch die jeweiligen Bürger eingeladen werden, die genau auf diesen Punkt aufmerksam gemacht haben. Viel Arbeit für die Mitglieder der AG, zumal Häntsch noch mit weiteren Zuschriften von Bürgern rechnet. Er geht davon aus, dass bis zum Stichtag, dem 5. August, noch etliche Gefahrenstellen genannt werden. "Ich rechne damit, dass wir letztendlich um die 50 Problemstellen haben werden", schätzt er vorsichtig.

Die AG möchte nach den Begehungen einen Katalog mit ganz konkreten Angaben erstellen, in denen die genaue Stelle, die Problematik und eine mögliche Lösung zu finden sind. Das ganze Paket soll in die Fraktionen gehen und auf diesem Weg in den Ausschuss für Ordnungs- und Straßenverkehr gelangen. Die AG hofft, dass somit einige Schwachstellen beseitigt werden können, denn "es muss nicht immer teuer sein. Manchmal sind es ganz einfache und wenig kostenintensive Dinge, die eine Situation entschärfen können", weiß Häntsch aus seiner jahrelangen politischen Erfahrung. Es kommt vor, dass ein Hinweisschild ungünstig steht oder ganz fehlt. Es kann auch eine abgenutzte Straßenmarkierung sein, die zu Problemen führt. Gegebenheiten, die ohne viel Aufwand geändert werden können und dennoch erheblich zur Sicherheit von Radfahrern beitragen. Die Idee zu dem ganzen Projekt entstand dabei in der Sprechstunde von Häntsch. Viele Bürger klagten dem Viersener dort ihr Leid im Hinblick auf die Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr. "Bei ersten kurzen Überprüfungen habe ich dann festgestellt, dass die Situation nicht so schlecht ist, wie sie geredet wird, aber nichtsdestotrotz wirklich Verbesserungen nötig sind. Nicht einfach nur meckern, sondern konkret hinschauen, habe ich mir gedacht", erinnert sich Häntsch. Womit er den Stein ins Rollen brachte und danke dem Einsatz der Mitglieder der AG auch in dieser aufwendigen Art und Weise umsetzen kann.

(tref)