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Mehr PCs und Tablets für Schulen in VIersen

Bildung in Viersen : Mehr PCs und Tablets für Schulen

Die Corona-Krise hat gezeigt: Die IT-Ausstattung der Schulen ist mangelhaft. In der Stadt Viersen soll bald die Zahl der Endgeräte erhöht werden. Nicht die einzige Verbesserung, die der Schulausschuss auf den Weg brachte.

Um abzubilden, wie viele der 20 Viersener Schulen derzeit mit Glasfaseranschluss ausgestattet sind, braucht man keine zwei Hände. Man muss nicht mal bis eins zählen können – es gibt derzeit schlicht keine. Das soll sich aber in den nächsten neun Monaten ändern. In seiner jüngsten Sitzung machte der Schulausschuss einstimmig den Weg frei für eine bessere IT-Ausstattung der Bildungseinrichtungen.

Konkret geht es in dem Beschluss um mehr PCs, Laptops und Tablets für die mehr als 4200 Schüler an den weiterführenden Schulen und die knapp 2700 Grundschüler – und darum, alle 20 Schulen mit zeitgemäßer Präsentationstechnik auszustatten. Mehr als 367.000 Euro jährlich soll das kosten – und steht noch unter dem Vorbehalt, dass die Gelder bei der Haushaltsaufstellung 2021 auch bereitgestellt werden.

Marc Schmitz ist der IT-Beauftragte in der Viersener Verwaltung für die Schulen. Als coronabedingt der Präsenzunterricht ausfiel, klingelte sein Telefon ziemlich häufig, berichtete er im Schulausschuss. „Ich will zwar nicht sagen, dass wir überrannt wurden – aber es gab jede Menge Anfragen der Schulen“, erklärte der 47-Jährige. Kernpunkt: Wie können wir digital mit der vorhandenen Ausstattung unsere Schüler aus der Ferne unterrichten? Als Schmitz seinen Job vor knapp einem Jahr antrat, stellte er bei einer Rundreise durch die Schulen fest, dass viele Computer so veraltet waren, dass sie neue Software gar nicht verarbeiten konnten. Viersens Politiker reagierten, stellten für dieses Jahr rund eine halbe Million Euro zusätzlich zur Verfügung – das Geld floss unter anderem in 420 neue Computer, 112 neue Drucker und 21 Server. Bis Jahresende sollen auch alle Schulen mit W-Lan-Access-Points ausgestattet sein. Und mehr als die Hälfte der Schulen soll dank des Breitband-Förderprogramms bis Ende März 2021 einen Glasfaseranschluss erhalten. In den Sommerferien wird die Netzwerkverkabelung an den ersten Schulen verbessert, zum Beispiel am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium. „Was lange dauert, wird endlich gut“, freut sich Schulleiter Christoph Hopp. Schuldezernentin Çigdem Bern setzt auf einen strukturierten Prozess – einheitliche Software, was die Support-Kosten niedrig hält, flexible Lösungen bei Präsentationstechnik und Endgeräten, weil die Schulen unterschiedliche Bedarfe haben. Stephan Seidel (CDU) lobte: „Die Arbeit in den vergangenen Monaten war grandios!“ Allerdings kritisierte er: „Für Feierstimmung ist es zu spät. Wir haben das Thema vor fünf Jahren auf den Weg gebracht, zwischenzeitlich ist überhaupt nichts passiert. Wir laufen jetzt noch hinterher.“ Jörg Dickmanns (SPD) wollte auf „das Wahlkampfgeplänkel“ nicht eingehen, erinnerte Seidel dann aber doch daran, dass die Fördergelder des Bundes erst seit Mai 2019 abrufbar sind – und an das CDU-Parteibuch des 2019 in Pension gegangenen Schuldezernenten. Maria Dittrich (Grüne) gingen die Verbesserungen noch nicht weit genug: „Wenn sich alle 20 Schulen für Touch-Displays als Präsentationstechnik entscheiden, dauert es 20 Jahre, bis wir die flächendeckend im Einsatz haben. Ich sitze nicht im Schulausschuss, um Politik für meine potenziellen Urenkel zu machen.“