Wirtschaft im Kreis Viersen Mehr Geld für 1340 Bäckerei-Angestellte

Kreis Viersen · Die Beschäftigten in den 47 Bäckereien und Konditoreien im Kreis Viersen erhalten ein Lohn-Plus. In der Spitze gibt es 13 Prozent mehr.

 Eine Bäckerei-Fachangestellte hat jetzt 270 Euro mehr im Portemonnaie.

Eine Bäckerei-Fachangestellte hat jetzt 270 Euro mehr im Portemonnaie.

Foto: Getty Images/iStockphoto, Alois Müller/Andrii Lysenko, Alois Müller

Das Wortspiel liegt auf der Hand: Beschäftigte in Bäckereien im Kreis Viersen backen ab sofort keine „kleinen Brötchen“ mehr. Sie bekommen ab diesem Monat mehr Geld – vom Bäcker über den Auslieferungsfahrer bis zur Fachverkäuferin am Filial-Tresen. Das teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten jetzt mit. 

„In der Spitze gibt es 13 Prozent mehr. Davon profitieren vor allem auch die, die Brote, Brötchen und Kuchen in den Bäckereien und Filialen verkaufen. Eine Bäckereifachverkäuferin, die Vollzeit arbeitet, hat damit ab sofort gut 270 Euro mehr im Portemonnaie. Ein Bäckergeselle kommt auf knapp 170 Euro zusätzlich im Monat“, sagte die Geschäftsführerin der NGG Krefeld–Neuss, Claudia Hempel.

Im Kreis Viersen gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur 47 kleinere und größere Bäckereien sowie Konditoreien mit rund 1.340 Beschäftigten. Für die Gewerkschaft bringt der neue Tarifabschluss eine „Trendwende bei der Bezahlung“ in Bäckereien: „Es ist der entscheidende Schritt gelungen, das bislang deutliche Lohngefälle zwischen Backstube und Verkaufstresen zu verringern“, sagt Hempel.

Wichtig sei zudem, dass Bäckerei-Beschäftigte künftig auch besser gefördert werden sollen: „Wer als angelernte Kraft im Verkauf arbeitet und einen guten Job macht, sollte zum Chef gehen und mit ihm über eine Weiterbildung zur Fachkraft sprechen – und damit auch über einen deutlichen Sprung beim Lohn nach oben“, sagte die NGG-Geschäftsführerin.

Der bei den Verhandlungen erzielte Lohnzuwachs zwischen vier und 13 Prozent setzt sich nach Angaben der Gewerkschaft aus einer prozentualen Lohnerhöhung und einer monatlichen Inflationsausgleichsprämie zusammen. „Es ist zunächst eine Kombinationszahlung. Die steuer-freie Prämie liegt dabei – je nach Berufs- und Ausbildungsstand – zwischen 80 und 120 Euro im Monat.“ Sie ist allerdings begrenzt. Läuft die Prämie aus, zahlen die Arbeitgeber das zusätzliche Geld in gleicher Höhe als Lohnsteigerung weiter.

(sti)
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