1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Maskenpflicht in Kommunen im Kreis Viersen - Inzidenzwert 50 überschritten

Corona-Pandemie im Kreis Viersen : Wo ab Samstag Maskenpflicht gilt

Der Kreis Viersen rechnet damit, dass am Wochenende der Inzidenzwert 50 offiziell überschritten wird. Noch gilt Gefährdungsstufe 1 mit Maskenpflicht in stark frequentierten Innenstadt-Bereichen.

Dem Kreis Viersen sind am Freitag 60 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt geworden, der Inzidenzwert steigt von 45 auf 60 – also über den zweiten Schwellenwert 50, der Gefährdungsstufe 2 des Landes NRW auslöst. „Grundlage ist allerdings nicht der vom Kreis Viersen berechnete Wert, sondern die Daten, die das Landeszentrum für Gesundheit NRW jeweils um 0 Uhr für den Kreis Viersen ausweist“, betont ein Kreis-Sprecher. „Der Wert ,50’ wird somit frühestens am Samstag, 24. Oktober, um 0 Uhr überschritten werden.“ Frühestens ab Dienstag würden weitere Regelungen gelten. Ab Samstag gilt aber bereits in den Innenstädten von sieben Städten und Gemeinden im Kreis Viersen Maskenpflicht in belebten Bereichen. Dazu zählen auch die Städte Viersen und Nettetal sowie die Gemeinden Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal.

Die neue Regel ergibt sich daraus, dass der Inzidenzwerte von 35 im Kreis Viersen überschritten ist. Aktuell gilt die Gefährdungsstufe 1. So sind Veranstaltungen, Versammlungen und Kongresse mit mehr als 1000  Teilnehmern unzulässig. An Festen aus herausragendem Anlass wie Hochzeiten, Jubiläen oder Taufen außerhalb einer Wohnung dürfen höchstens 25 Gäste teilnehmen. Zudem gilt die Maskenpflicht auch am Sitz- oder Stehplatz bei Konzerten, Aufführungen,  Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen sowie für Zuschauer bei Sportveranstaltungen.

In Viersen und Niederkrüchten etwa gibt es Hinweise auf die neuen Regeln: „An sechs Stellen im Gemeindegebiet haben wir am Donnerstag Banner aufgestellt, die nochmal an die wichtigsten Verhaltensregeln erinnern“, sagt Frank Grusen von der Niederkrüchtener Gemeindeverwaltung. Die Anordnung des Kreises Viersen sei das Ergebnis der Gespräche zwischen dem Kreis Viersen und Vertretern der Kommunen, teilt der  Kreis-Sprecher mit. „Die betroffenen Gebiete haben die Städte und Gemeinden benannt.“ Die Kommunen weisen auf die Maskenpflicht in den Bereichen hin und prüfen, ob sich die Menschen daran halten.

In Viersen gilt die Maskenpflicht ab Samstag ohne zeitliche Einschränkung, also rund um die Uhr, in der Rathausgasse und an der Hauptstraße (im Bereich zwischen Dülkener Straße und Heierstraße) sowie an der Bahnhofstraße (Bereich zwischen Hauptstraße und Casinogarten). Stadtsprecher Frank Schliffke erklärt: „Entsprechend den Vorgaben der Coronaschutz-Verordnung wurden Bereiche ausgewählt, in denen aufgrund hoher Passantenzahlen nicht genügend Platz bleibt, um den geforderten Mindestabstand von 1,5 Metern zu gewährleisten.“ Für andere Bereiche, etwa die Löhstraße oder die Fußgängerzonen in Dülken und Süchteln, seien diese Anforderungen der Verordnung nach derzeitiger Einschätzung der Stadt nicht erfüllt. Die Stadt werde  die Anordnung durch entsprechende Hinweisschilder unterstützen. „Die Regelungen gelten unabhängig von diesen Schildern.“ Eine Karte mit einer Darstellung des betroffenen Bereichs kann auf der Internetseite www.viersen.de angesehen werden. Der Kommunale Ordnungsdienst Viersen (KOV) werde Verstöße gegen die Maskenpflicht ahnden. „Vorgesehen ist, bei Erstverstößen ein Verwarngeld ab 50 Euro zu erheben. Bei wiederholten Verstößen müssen die Maskenverweigerer mit einem Bußgeld ab 150 Euro rechnen.“ Bürgermeisterin Sabine Anemüller betonte, mit Blick auf Gefahrenstufe 2 werde durch interne Umorganisationen der  Ordnungsbereich gestärkt. „In Kürze werden wir wieder ein städtisches Infotelefon zu Corona-Fragen anbieten und unser Informationsangebot ausweiten.“ Anrufe werden montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr entgegengenommen. Die Telefonnummer: 02162 101-9300. Am Samstag, 24. Oktober, ist das Info-Telefon zusätzlich von 10 bis 12 Uhr besetzt.

In Nettetal gilt die Maskenpflicht  montags bis samstags von 7 bis 22 Uhr in der Ludbach-Passage in Lobberich.

In Brüggen: freitags 14 Uhr bis sonntags 19 Uhr, in der Fußgängerzone (Borner Straße Hausnummer 1-13 sowie 4 -14, Klosterstraße Hausnummer 14-78 sowie 15-81, Bruchstraße 1-9 sowie 2-10).

In Niederkrüchten und Schwalmtal: freitags bis sonntags sowie an Feiertagen in der Zeit von 10 bis 19 Uhr für alle öffentlichen Wege und Plätze im Uferbereich des Hariksees (Gützenrather Bruch, Mühlrather Hof, Parkplatz an der Mühlrather Mühle, Am Wildpfad, Parkplatz Harikseestraße, Harikseeweg).

Diese Regeln gelten solange, bis der Schwellenwert der Sieben-Tages-Inzidenz an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wird. Oder eben bis der höhere Inzidenzwert von 50 erreicht wird – dann greifen die Regeln der „Gefährdungsstufe 2“.

 „Wir werden am Dienstag nochmal über weitere Maßnahmen für Schwalmtal beraten“, kündigte Bürgermeister Michael Pesch (CDU) an. Geplant seien Kontrollen des  Ordnungsamtes zur Einhaltung der  Corona-Regeln. Anders als bei der ersten Corona-Welle sei noch nicht geplant, Mitarbeiter aus anderen Bereichen für die Kontrollen hinzuzuziehen. Probleme sieht Pesch für Schwalmtal nicht: „Die Menschen waren bisher sehr einsichtig.“

Für die Burggemeinde Brüggen, in deren Fußgängerzone im Zentrum die Geschäfte auch an Sonntagen geöffnet sind, kündigt Bürgermeister Frank Gellen an: „Wir werden verstärkt Mitarbeiter des Ordnungsamtes einsetzen, um das Einhalten der Regeln zu kontrollieren.“ Dafür würden auch Mitarbeiter aus anderen Fachbereichen eingesetzt.

Parallel bereitet der Kreis Viersen die Maßnahmen für  Gefährdungsstufe 2 vor. Diese ist erreicht, wenn das Infektionsgeschehen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen aufweist. Ist der Wert festgestellt, erlässt der Kreis Viersen eine Allgemeinverfügung und veröffentlicht diese im Amtsblatt – frühestens am Montagvormittag. Einen Tag später gelten die weitergehenden Regelungen – frühestens ab Dienstag.

Bei Gefährdungsstufe 2 dürfen sich außerhalb von Familien und Menschen aus zwei Hausständen nur noch Gruppen von höchstens fünf Menschen treffen. An Festen aus herausragendem Anlass außerhalb einer Wohnung dürfen höchstens zehn Gäste teilnehmen. Bei Veranstaltungen sind innen und außen maximal 100 Teilnehmer zulässig – außer, der Kreis Viersen lässt Ausnahmen auf Basis eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes zu. Für Gastronomie-Betriebe gilt: der Ausschank und der Verkauf von alkoholischen Getränke ist von 23 bis 6 Uhr unzulässig.

Die Nachverfolgung der Kontaktpersonen sei aktuell eines der wichtigsten Instrumente zur Eindämmung der Pandemie, informierte eine Kreis-Sprecherin. Diese Aufgabe binde allerdings auch die meisten personellen Ressourcen. „Deshalb setzt der Kreis alles daran, seine Personalkapazität gezielt und zeitnah an dieser Stelle zu verstärken – durch zusätzliche interne sowie externe Kräfte und unter anderem auch durch die kurzfristige Unterstützung der Städte und Gemeinden.“