Viersen: Martinszug mit buntem Feuerwerk

Viersen: Martinszug mit buntem Feuerwerk

Rund 1000 Menschen beteiligten sich gestern am Martinszug in Dülken.

Emilia (3) geht an der Hand ihres Vaters durch die Dülkener Gassen beim Martinszug mit. Voller Begeisterung singt sie traditionelle Lieder und ihre Augen leuchten. Bei ihrem Lieblingslied "Durch die Straßen auf und nieder" tönt ihre Stimme noch ein bisschen lauter als zuvor. Stolz trägt Emilia ihre selbst gebastelte Laterne vor sich her. Das Motiv: Elmar, der bunte Elefant. Elmar passt prima zu Dülken, und das Bunte auch. Schließlich ist Dülken als "Feierstadt" immer etwas anders, ein bisschen besonders eben. So auch der Martinszug.

Vor Zugbeginn spricht der Vorsitzende des Martinsvereins, Bertram Hoogen (r.), mit den Musikern. Foto: paka

Hier reitet kein St. Martin vorneweg. Hier wird Dülkens Wahrzeichen, die Narrenmühle, am Zuganfang getragen, und zum Abschluss als Strohmühle an der Melcherstiege verbrannt. Und das schon seit genau 150 Jahren. Passend zum Jubiläum gibt es in diesem Jahr auch keinen Herbststurm. Der Regen hat sich gestern bereits am Nachmittag verzogen, und die Zugteilnehmer werden mit frischer Luft, angenehmen Temperaturen und einem sternenklaren Himmel belohnt. Viele sind pünktlich um 17.30 Uhr zur Aufstellung an den Neumarkt gekommen. Pünktlich startet auch der Zug, die Musik spielt auf. Immer mehr Menschen reihen sich nach und nach in den vorbeiziehenden Zug ein, drängen sich zwischen die fünf Kapellen. Wer sich mittendrin umschaut, sieht kein Ende. Rund tausend an der Zahl, die gut gelaunt singend durch die Straßen ziehen.

Bei den Vorbereitungen: Pyrotechniker Danny Seck führt seit 18 Jahren das Feuerwerk durch. Foto: paka

Die Straßenlaternen in der Innenstadt sind ausgeschaltet. In der Dunkelheit kommen die zahlreichen großen, kleinen, bunten Laternen der Kinder besonders gut zur Geltung. Die Eltern von Emmi-Lou (8 Monate) haben ihre Tochter gleich ganz in eine bunte Lichterkette eingewickelt. Als Dülkener lieben sie das Anderssein. Einige Häuser sind ebenfalls mit Laternen, Teelichtern und Kerzen geschmückt. Früher waren es mehr, so hört man. Einige Anwohner stehen an den Fenstern, an den Türen und winken den vorbeiziehenden Menschen zu. Wartende Auto- oder Taxifahrer sind keineswegs genervt. Sie schalten einfach den Motor aus, während sie warten, und betrachten den bunten Fackelzug. Wenn der Martinszug durch die Straßen zieht, scheint die Zeit stillzustehen.

Wolfgang Vagts ist einer der Polizisten, die beim Zug für die Sicherheit verantwortlich sind. Foto: paka
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Organisiert wird die fast schon ehrfürchtige Prozession von einer Handvoll engagierter Männer. Der Dülkener St. Martinsverein 1869 zählt gerade einmal neun Mitglieder. Aber sie fallen auf. Ausstaffiert nach "alter Väter Sitte" mit Schirm, Mantel und Hut, sind sie gut zu erkennen.

Sabine Anemüller eröffnete den neuen Stadtpark. Foto: Busch

Neben der Wahrung des St. Martin-Brauchtums haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, getreu den Traditionen des Vereins, Spenden für bedürftige Kinder zu sammeln und diese an Dülkener Grundschulen abzugeben. Von dem Geld wird alljährlich Winterbekleidung für bedürftige Kinder gekauft.

Aber ohne zusätzliche helfende Hände geht es nicht. Die Sicherheit muss gewährleistet sein. Hierfür sorgen zahlreiche Sanitäter, Feuerwehrleute und auch die örtliche Polizei. Polizeihauptkommissar Wolfgang Vagts begleitet in jedem Jahr als zuständiger Bezirksbeamter den Dülkener Martinszug. Auch das von der Bevölkerung innig geliebte Feuerwerk zum Abschluss des Fackelzuges an der Melcherstiege will von professioneller Hand vorbereitet sein. Pyrotechniker Danny Seck ist seit den Nachmittagsstunden hierfür aus Recklinghausen gekommen. Er tut dies seit 18 Jahren. Für seine Firma ist Dülken seit rund 50 Jahren ein Heimspiel.

(paka)