LVR-Klinik Viersen eröffnet neues Stations- und Eingangsgebäude der Allgemeinpsychiatrie

Klinik in Viersen : LVR eröffnet 33-Millionen-Euro-Bau

Voraussichtlich ab Ende Februar beziehen die ersten Patienten ihre Zimmer in dem neuen Stationsgebäude.

Noch sind die Patientenzimmer unbewohnt, die Küchenschränke leer, die Behandlungsräume kahl. Doch lange soll es nicht mehr dauern, bis im neuen Stations- und Eingangsgebäude der Klinik des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) in Süchteln der Alltag einkehrt. Am Freitag, 24. Januar, wird das „Haus 12“ feierlich mit geladenen Gästen eröffnet. Voraussichtlich ab Ende Februar beziehen die ersten Patienten ihre Zimmer, haben dort Ärzte und Pflegepersonal ihren neuen Arbeitsplatz. Das sei „ein Meilenstein“ für die LVR-Klinik, sagt deren kaufmännische Direktorin Dorothee Engbers. „Das Gebäude ist modern und zeitgemäß und entspricht den aktuellen therapeutischen Standards. Außerdem schaffen wir damit ein öffentlich zugängliches Begegnungszentrum.“

Im Januar 2017 war der Grundstein gelegt worden, im Oktober 2017 lud der Klinikvorstand zum Richtfest ein. Haus 12, mit vier Geschossen, Platz für sieben Stationen und 134 Patientenbetten, sollte eigentlich bis Oktober 2018 fertig sein. „Das war sehr sportlich geplant“, sagt Engbers. Witterungsbedingt sei es zu Bauverzögerungen gekommen, dann sei noch ein beauftragter Fliesenleger insolvent, Handwerker seien allgemein wegen der Konjunkturlage schwer zu bekommen gewesen. Weil das Gebäude in Passivhaus-Bauweise errichtet worden ist, „musste Zeit für längere Be- und Entlüftungsphasen eingeplant werden“. Ist das Haus bewohnt, wird zum Beispiel Körperwärme genutzt, um für ein gutes Raumklima zu sorgen, Jalousien fahren je nach Außentemperatur automatisch hoch oder runter.

Rund 33 Millionen Euro kostet der Neubau, doch der LVR rechnet mit vier Millionen Euro an zusätzlichen Ausgaben etwa für den Abriss des alten Stationsgebäudes „Haus 30“. Der 70er-Jahre-Bau sei damals hochmodern gewesen, erläutert Engbers: Plötzlich mussten sich nicht mehr alle Patienten einer Station ein Bad teilen, sondern es gab eine Nasszelle für je zwei Zweibettzimmer. Um aber jetzt den Brandschutz anzupassen, „hätten wir in den Kern des Gebäudes eingreifen müssen“, sagt sie. Stattdessen entschied sich der LVR für einen Neubau. „Wir werden Haus 30 aber noch eine Weile als Ausweichstandort brauchen.“ Denn die Psychosomatische Abteilung mit 20 Plätzen werde dort bleiben, bis sie in vier bis fünf Jahren in einen Teil der Klinik für Orthopädie umziehe.

Das neue Haus 12 ist über Gänge und Gärten mit dem alten Haus 12 verbunden. Der Altbau von 1906 hatte zuletzt rund zehn Jahre leer gestanden, seit Anfang Januar betreibt ein Verein im sanierten Erdgeschoss die öffentlich zugängliche Cafeteria. Sie soll Treffpunkt für Patienten, Angehörige, Besucher und Mitarbeiter sein. Im neuen Haus 12 wird es drei Stationen der Allgemeinpsychiatrie geben, zwei Gerontopsychiatrische Stationen und zwei Suchtstationen. Jede Station ist auf 16 bis 18 Betten in Ein- bis Zweibett-Zimmern jeweils mit eigenem Bad ausgelegt. Pro Station gibt es eine große Küche, darüber hinaus sind im Gebäude Therapieräume, Behandlungszimmer und die Aufnahme untergebracht. Das Aufnahmezentrum sei ein geschützter Raum, betont Engbers. Anmeldung, Erstbehandlung, Weitervermittlung auf die richtige Station: Die Räume sind miteinander verbunden, sodass die Neuankömmlinge nicht über Besucherflure gehen müssen. Auch farblich unterscheiden sich die Bereiche, so sind die Böden in den Fluren eher grasgrün, in den Behandlungsräumen hellgrün. 

Ursprünglich war geplant, dass die ersten Patienten im Sommer 2019 im neuen Haus 12 behandelt werden – jetzt beginnt der große Umzug Ende Februar und nimmt voraussichtlich etwa vier Wochen in Anspruch. Denn „wenn sieben Stationen umziehen, ist das mit einem enormen logistischen Aufwand verbunden“, sagt Engbers.