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Brüggen: Literaturherbst in Brüggen gestartet

Brüggen : Literaturherbst in Brüggen gestartet

Für eine Anthologie zum 4. Brüggener Literaturherbst hatten mehr als 700 Schreibbegeisterte Beiträge eingeschickt. Das Thema in diesem Jahr: "Der Lärm verstummt, bis Stille in dir ist." In der Gemeindebücherei stellten mehrere Autoren ihre Texte vor – mal besinnlich, mal heiter.

Über Lärm und Stille hatten die Autoren auf der Lesebühne der Brüggener Gemeindebücherei sensibel nachgedacht und präsentierten ihre Werke einem aufmerksamen Publikum. Unterschiedlicher konnte das Thema: "Der Lärm verstummt, bis Stille in dir ist", nicht angegangen werden. Ellen Roemer, Initiatorin und Organisatorin des Brüggener Literaturherbstes, freute sich über den regen Zuspruch. Über 100 Lesebegeisterte wollten bei der Premiere dabei sein.

Mit dieser Nachfrage hatte keiner gerechnet. "Stühle schleppen ist ein Superzeichen", freute sich Anne Ingenrieth von der Gemeindebücherei, die zusammen mit ihrer Kollegin Edith Feikes, Ellen Roemer und Judith Zybell vom Kulturamt den Literaturherbst organisiert. "Wir haben körbeweise Post von Autoren bekommen, auch zum Verlag in Vechta", verriet Ellen Römer.

Nach dem Lesen von über 700 Beiträgen konnte eine 600 Seiten starke Anthologie mit 125 Autoren von ihr herausgegeben werden. Alfred Büngen, Verlagsleiter des Geest-Verlages, führte durch das mit swingender Livemusik gespickte Vorleseprogramm.

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Wie die Autoren Stille erleben, wird von der Thematik literarisch ganz unterschiedlich angepackt und für den Leser und Zuhörer erfahrbar gemacht. Es gab Nachdenkliches, Besinnliches, aber auch Heiteres, als Kurzgeschichte oder in Gedichtform. Stille wird – ebenso wie Lärm – von jedem individuell erfahren, und daher gab es beim Auftakt des 4. Brüggener Literaturherbstes eine bunte Mischung. Der von Büngen als "Brüggener Urgestein" bezeichnete Helmut Heymes berichtete über eine Nahtoderfahrung in seiner nachdenklichen Geschichte " Buß- und Bettag – die Liste". Nach seinem Autounfall wird es "totenstill". Doch für ihn ging es glimpflich aus: Da er noch nicht auf der "Liste" stand, hat er überlebt.

Christel Netuschil aus Niederkrüchten beschrieb in ihrer kleinen Geschichte "Nachtfalter" ein zärtliches, berührendes Gefühl, dass jeder kennt, der kleine Kinder hat.

Ein besonderes Gespür für Stille hat Markus Fegers als Musiker und Autor. In "Ruhestörung" führt er einen lebendigen und pointenreichen Dialog mit seiner Ersatzputzhilfe Philomena. Als sie das Haus verlässt, genießt er schließlich die Ruhe. "Heino, Toni Marshall und Co." haben eigentlich nichts mit Stille zu tun. Die kommt erst überraschend am Ende der heiteren Geschichte aus dem Seniorenheim von Elke Lüdecke aus Nettetal.

Weitere Lesungen sind in den nächsten vier Wochen an unterschiedlichen Orten.

(maof)