Landwirte sehen Verbraucher in der Mitverantwortung

Landwirtschaft : „Verbraucher auch verantwortlich“

Die Landwirte als Prügelknabe für die hohe Nitratbelastung im Boden und damit auch im ersten Stock des Grundwassers:  So wollten das die örtlichen Landwirte bei der Gesprächsrunde im Brüggener Rathaus nicht auf sich sitzen lassen.

Heinz-Willi Lankes verwies etwa auf die genau abgestimmte Dünger-Gabe und die engmaschigen Kontrollen, die damit verbunden seien. Außerdem spielten neben der Düngung noch andere Faktoren eine Rolle. Als Beispiel nannte er die hohe Trockenheit in der vergangenen zwei Jahren. „Das Wetter haben wir nicht im Giuff“, sagte Lankes. Gutachter Frank Müller bestätigte zum einen, dass die Nitrabelastung am gesamten Niederrhein ein Problem sei, und deshalb zum anderen auch in der Gemeinde Brüggen. 52 Prozent der Flächen im Kreis Viersen seien landwirtschaftlich genutzt. Die Landwirtschaft trage deshalb auch zu den hohen Nitratwerten im Grundwasser bei.

„Die Landwirte sollen Produkte in hoher Qualität liefern. Gleichzeitig wollen die Verbraucher aber möglichst wenig dafür bezahlen“, brachte es der Brüggener Jürgen Moors auf den Punkt. Er hatte den Bürgerantrag an den Gemeinderat gestellt, in dem er sich besorgt über die hohe Nitratbelastung im Grundwasser äußerte.

In anderen EU-Ländern müssten Verbraucher deutlich mehr Geld für Obst und Gemüse von hoher Qualität ausgeben, meinte Moors. Nach seiner Einschätzung müsse sich auch das Konsumverhalten der Menschen ändern. „Der Verbraucher ist es auch selbst schuld“, meinte der Brüggener. In Deutschland würden nur zehn Prozent des Geldes für Nahrungsmittel ausgegeben. Nach seiner Einschätzung müsse man das System ändern. Er sieht ein „Globalversagen bei den zuständigen Landesbehörden“: „Die Wasserbehörden hätten früher die Bremse bei der Nitratbelastung ziehen müssen“, meint der Brüggener. Er zeigte sich aber sehr zufrieden, dass die Gemeindeverwaltung sich nochmal derart intensiv mit der komplexen Fragestellung auseinandergesetzt habe.

Ebenfalls angeschnitten wurde die Nickelbelastung im Grundwasser, die Josef Leipertz aufgebracht hatte. Frank Gellen bestätigte zwar, dass es ein solches Problem gegeben habe. „Aktuell gibt es aber keine Probleme mehr.“ Dafür habe eine Ionisierungsanalge gesorgt.