Brüggen Landwirte-Präsident: Depot-Zaun muss bleiben

Brüggen · Der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, hat den nordrhein-westfälischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel "als oberste Jagdbehörde" gebeten, dafür zu sorgen, dass die für 2013 geplante Beseitigung des Zauns um das Brachter Depot nicht umgesetzt wird.

Bekanntlich gebe es im Kreis Viersen erhebliche Meinungsverschiedenheiten zur Beseitigung oder zum Erhalt der Einzäunung, die derzeit das ehemalige britische Munitionsdepot umfasse, schreibt Decker dem Minister. Dieses sei nicht nur ein von der Bevölkerung hervorragend angenommenes Schutzgebiet für Natur und Landschaft, sondern verfüge zudem über einen beachtlichen Damwildbestand.

Wirtschaftliche Nachteile

Decker macht darauf aufmerksam, dass gerade die Unternehmen der Landwirtschaft und des Gartenbaus erhebliche wirtschaftliche Nachteile befürchten müssten, wenn der Zaun vor einer vollständigen Ausräumung des Damwildbestandes abgebaut werde. Nach den gesetzlichen Bestimmungen zum Wildschadensersatz seien zwar Schäden, die von Damwild an Feldkulturen der Landwirtschaft und des Gartenbaus angerichtet würden, grundsätzlich ersatzpflichtig; ausgenommen seien jedoch Sonderkulturen, die in aller Regel als so genannte Gartengewächse in der Feldflur einzustufen seien. Nach Prüfung der Rechtslage würden die Anbauer von Feldgemüse im Umfeld des ehemaligen Munitionsdepots keinen Wildschadensersatz beanspruchen können, so Decker.

Die gesetzlichen Vorschriften zum Wildschadensersatz sähen zudem vor, dass sich ein Anbauer von Gartengewächsen in der freien Feldflur selbst für Schutz vor Wildschaden sorgen müsse. Letztlich bedeutet das, dass statt des bestehenden Zauns die angrenzenden Felder von zahlreichen und dazu auch noch höheren Einzäunungen durchzogen würden.

Wie Decker weiter schreibt, werde das Brachter Depot heute von der Bevölkerung für die Naherholung in hohem Maße angenommen. Die Einzäunung bestärke sogar den Eindruck, dass es sich hierbei um ein besonders schützenswertes Biotop handle. Schließlich erinnert der RLV-Präsident daran, dass der eigens für das Depot eingerichtete Arbeitskreis mit Vertretern der Jagd, des Naturschutzes, des Landesanstalt für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) sowie der Wildforschungsstelle NRW für einige Jahre einen Plan für das Jagdmanagement vorgeschlagen habe. Ziel sei es, während dieser Zeit weitere Erfahrungen mit der gewiss notwendigen Reduzierung des Damwildbestandes zu gewinnen und diese Erkenntnisse in die künftige abschließende Entscheidung einfließen zu lassen. "Diesen Vorschlag kann die Landwirtschaft nur unterstützen", betont Decker.

(RP)