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Landrat von Viersen kritisiert Aufhebung der Impfpriorisierung ab 7. Juni

Corona im Kreis Viersen : Landrat kritisiert Aufhebung der Impfpriorisierung

Gut 3500 Einwohner mit Impf-Priorität haben bisher noch keinen Termin bekommen – und im Juni wird es mangels Impfstoffs nahezu ausschließlich Zweitimpfungen geben. Und dann gibt es da noch ein Problem mit der sogenannten Impfbrücke.

Landrat Andreas Coenen (CDU) hat die Entscheidung die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert, die Impfpriorisierung vom 7. Juni an aufzuheben. Coenen warf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor „ein falsches Signal“ zu senden. „Bei den Menschen wird die Erwartung geweckt, jede und jeder könne nun endlich geimpft werden. Davon sind wir aufgrund des jetzt wieder knapper werdenden Impfstoffs jedoch weit entfernt“, so Coenen.

Im Impfzentrum des Kreises kann laut Kreisverwaltung in den ersten Juniwochen fast nur noch Impfstoff für die Zweitimpfung verimpft werden. Erstimpfungen sind vorerst wegen des bundesweit zu knappen Impfstoffs kaum noch möglich. „Leidtragend sind besonders diejenigen Menschen, die bislang das Recht zu einer priorisierten Impfung haben“, sagt der Landrat. „Vielen von ihnen konnte noch immer kein Impfangebot gemacht werden“, bedauerte Coenen. „Wird die Impfpriorisierung aufgehoben, müssen sie auch noch mit der Gesamtbevölkerung um Termine konkurrieren. Besser wäre es, die Priorisierung erst aufzuheben, wenn der Großteil dieser Menschen ein Impfangebot bekommen hat.“

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Im Kreis Viersen warten derzeit noch rund 3500 Menschen aus Gruppen mit priorisierter Impfberechtigung auf einen Termin über die sogenannte Impfbrücke. Auf diesem Weg konnten priorisierte schwer Vorerkrankte, Kontaktpersonen von Schwangeren oder Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen ihre Mobilfunknummer hinterlegen und über eine SMS nach Zufallsprinzip einen sehr kurzfristigen Impftermin erhalten. Seit knapp einer Woche steht allerdings auch für die „Impfbrücke“ weniger Impfstoff zur Verfügung. Hintergrund: Durch einen Erlass vom 21. Mai hat das Land festgestellt, dass auch zusätzlich aus einem Vial gewonnene Dosen nicht mehr an die über die „Impfbrücke“ priorisierten Personengruppen verimpft werden dürfen.

Eine Sprecherin des Kreises betonte: Mobilfunknummern, die noch in der „Impfbrücke“ des Kreises eingetragen sind, blieben gleichwohl bestehen.