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Landrat fürchtet Wettbewerb um frühe Impftermine im Kreis Viersen

Corona im Kreis Viersen : Landrat fürchtet Wettbewerb um frühe Impftermine

Mehr als 20.000 impfberechtigte Über-80-Jährige leben im Kreis Viersen. Doch zunächst werden wöchentlich gerade einmal 1550 Impfdosen ins Impfzentrum geliefert – und nicht alle sind für die Senioren.

Landrat Andreas Coenen (CDU) fürchtet einen Wettbewerb der mehr als 20.000 impfberechtigten Über-80-Jährigen um die ersten Impftermine. Hintergrund: Gerade zum Start des Impfzentrums am 1. Februar wird vergleichsweise wenig Impfstoff zur Verfügung stehen. Das Land Nordrhein-Westfalen teilte mit, dass es in den Kreis Viersen bis Ende März pro Woche rund 1550 Impfdosen liefern wird.

„Die in Aussicht gestellte Menge des Impfstoffes ist am Anfang leider nicht so groß wie der Bedarf“, bedauerte Coenen. „Wir befürchten ein Wettrennen der Impfberechtigten um die ersten Termine und Impfdosen.“ Das Land NRW und der Kreis Viersen schreiben bis Samstag, 23. Januar, die mehr als 20.000 Über-80-Jährigen im Kreis an, um auf die Impfungen im früheren St.-Cornelius-Krankenhaus in Viersen-Dülken hinzuweisen. Ab Montag, 25. Januar, sind die Homepage www.116117.de sowie die Rufnummer 0800 11611701 für Terminbuchungen freigeschaltet. Das Land bittet darum, Termine vor allem online zu vereinbaren.

Von den wöchentlich zur Verfügung stehenden 1550 Impfdosen sind 1250 Impfdosen für die Über-80-Jährigen bestimmt, 300 für die weiteren Personen aus der Gruppe mit höchster Priorität – dazu zählen beispielsweise Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste sowie aus dem Rettungsdienst. So schreibt es das Land vor.

Erwartet wird, dass sich viele Tausende der Impfberechtigten schnell um einen Termin bemühen werden – dem stehen aber lediglich 3750 Impfdosen in den ersten drei Wochen gegenüber. „Dies wird dazu führen, dass viele auf der Website oder am Telefon in der Warteschleife bleiben werden. Und wenn sie nach mehreren Versuchen endlich durchkommen, werden bereits alle Termine in den kommenden Wochen belegt sein“, vermutet der Landrat.

Der Kreis Viersen habe auf die geringe Marge an Impfstoff keinen Einfluss, betonte Coenen. „Ich habe Verständnis dafür, dass der zu erwartende Engpass für Unmut sorgen wird. Ich kann aber nur zur Geduld aufrufen. Wir alle hoffen, dass schon bald größere Mengen Impfstoff verfügbar sein werden“, sagte der Landrat.

Geöffnet ist das Kreis Viersener Impfzentrum in den ersten Wochen montags bis mittwochs sowie freitags und samstags jeweils 14 bis 20 Uhr. Zunächst sind vier Impfstraßen geöffnet. Die Öffnungszeiten der Impfzentren sind landesweit einheitlich und eine Vorgabe des NRW-Gesundheitsministeriums. Sollte in den kommenden Wochen mehr Impfstoff zur Verfügung stehen, könne der Kreis Viersen die Öffnungszeiten ausweiten, erklärte der Landrat.