Land und EU fördern neues Projekt

Nettetal macht mit bei Projekt zur Artenvielfalt : Beratung für Bauern für mehr Artenvielfalt

Rund 160.000N Euro gibt es vom Land und der Europäischen Union. Nettetal, Kevelaer, Geldern und Straelen sowie der Kreis Kleve geben insgesamt gut 62.000 Euro dazu. Die Landwirtschaftskammer NRW bringt fast 25.000 Euro auf

Es gibt immer weniger biologische Vielfalt zwischen den Feldern und Wiesen der niederrheinischen Landschaft. Weniger Insekten und sonstiges Getier,  weniger Pflanzenarten. Nun wird in der Region „Leistende Landschaft“, die Geldern, Kevelaer, Nettetal und Straelen umfasst, für drei Jahre ein Biodiversitätsberater installiert.

Er soll sich mit den Akteuren des Naturschutzes vernetzen, die es in der Region gibt, deren Wissen bündeln und damit gezielt zu den Höfen gehen, um die Landwirte zu beraten. Über Streuobstwiesen und blühende Randstreifen von Feldern und Wegen, über Förderprogramme und bestehende Initiativen für mehr Artenvielfalt.

Rund 249.000 Euro soll das Ganze kosten, und es wird durch das „Leader“-Programm gefördert. Am Donnerstag übergab Ralph Merten von der Bezirksregierung Düsseldorf im Bauernhofcafé Binnenheide in Winnekendonk in Kevelaer (Kreis Kleve) den Zuwendungsbescheid: Rund 160.000 Euro gibt es für das Vorhaben vom Land NRW und der Europäischen Union. Der Löwenanteil davon, 80 Prozent, ist EU-Geld.

Kevelaer, Geldern, Straelen und Nettetal sowie der Kreis Kleve geben insgesamt gut 62.000 Euro dazu. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die das Projekt auf die Beine stellt, bringt fast 25.000 Euro an Eigenmitteln auf.

Hans-Josef Linßen, Vorsitzender des Vereins „Leistende Landschaft“ und Bürgermeister der Stadt Straelen, sprach von „einem wegweisenden Projekt für die Region, das sich kleinräumig mit großen Herausforderungen auseinandersetzt“.

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Die Idee zum Beratungskonzept entstand sogar in den Reihen von Winnekendonker Landwirten. Sie schlugen vor, Multiplikatoren zu schulen, die die Betriebe über die oft Vielzahl von Naturschutz- und Artenschutzprogrammen beraten: „Ein pragmatischer Ansatz aus der Landwirtschaft – für die Landwirtschaft“, sagte Linßen.

Und diese könne sich dem Thema angesichts des Insektensterbens auch nicht entziehen, betonte Elisabeth Verhaag von der Landwirtschaftskammer: „Wir müssen mehr vernetzen“, stellte sie fest. Dafür sei die Landwirtschaftskammer prädestiniert. „Wir sind bekannt in der Beratung. Da können wir die Landwirte hier und dort noch mal anders ansprechen“ – und so auf das Thema Naturschutz kommen.

Die Laufzeit des Projektes beträgt nun drei Jahre. „Ein Strohfeuer? Das hoffe ich eben nicht“, sagte Ralph Merten von der Bezirksregierung. Er hoffe, dass die Landwirtschaftskammer am Ende zu dem Schluss komme: „Da lohnt es sich, dass wir uns langfristig auf den Weg machen mit eigenen Kräften.“

28 Bewerbungen gab es für die Stelle, die in Straelen angesiedelt sein wird. Die Vorstellungsgespräche starten Mitte des Monats. Ab Mitte August oder Anfang September soll der Biodiversitätsberater richtig an die Arbeit gehen.

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