Laienschauspieler aus Brüggen zeigten Szenen von Gerhard Hauptmann

Theater in Brüggen : Laienschauspieler zeigten Szenen von Gerhart Hauptmann

Ein Semester lang haben sie gelesen, diskutiert und geprobt. Nun präsentierte die Gruppe des Theaterkurses „Lebendiges Spiel“ ihr Können.

Ein Semester lang haben sie gelesen, diskutiert und geprobt. Nun präsentierte die Gruppe des Theaterkurses „Lebendiges Spiel“ des 2007 von Verena Bill und Michael Koenen gegründeten Niederrheintheaters ihre Schlusspräsentation auf der Bühne im Kultursaal der Burg Brüggen.

Nadine Schaub begrüßte die rund 30 Zuschauer im Auftrag von Bill und Koenen, die gerade mit Hänsel und Gretel in Essen unterwegs waren. Zehn Laienschauspieler betraten der Bühne: Scarlett und Gabriele Albrecht, Tim Fairhurst, Uta Göbel, Tobias, Martin und Sigrun Hilland, Denis Krit, Nadine Schaub und Margret Schriewer. Fairhurst, Scarlett Albrecht und Krit waren zum ersten Mal im Theaterkurs dabei, die übrigen schon länger. Alle stellten sich vor, „unkonventionell“, wie Schaub es nannte: abwechselnd traten sie vor und nannten ihren Namen, woraufhin die übrigen neun mal erheitert, mal zweifelnd, mal tieftraurig reagierten. Eine Schauspielübung in Sachen Emotion – und eine, die „aufwärmt“.

Für die Stunde der Aufführung hatten sie sich Großes vorgenommen: Szenen aus Stücken des Autors Gerhart Hauptmann. „Vor Sonnenaufgang“, „Die Weber“, „Die Ratten“ und „Der Biberpelz“. Hauptmanns Stücke nehmen kein Blatt vor den Mund. Er schildert drastisch die Lebenssituation der armen Leute, die Diskrepanz zwischen Dienerschaft und Herrschaft, die Ausbeutung, das Elend, den Alkoholismus, die tragischen Fehlgeburten und Selbstmorde. Sieht man nur kleine Szenen aus den Dramen, erschließt sich das große Ganze natürlich nicht, aber die Atmosphäre zu vermitteln, das gelang den Laienschauspielern im Wesentlichen doch.

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