Kunstprofessor Gereon Krebber gipst mit Kindern

Kunstprojekt : Künstler Gereon Krebber gibt einen Ferienworkshop

Für seine Kunstwerke verwendet er Alltagsmaterialien wie Frischhaltefolie. Gestern gipste der Kunstprofessor mit Kindern

„Es geht heute nicht darum, was Tolles zu machen, das ihr heute Abend euren Eltern zeigen könnt, sondern darum, dass etwas entsteht, von dem ihr vielleicht vorher gar nicht wusstet, dass es so etwas gibt.“ Mit diesen Worten führt der Bildhauer Gereon Krebber in den Ferienworkshop „Gipsen mit Gereon“ der Städtischen Galerie im Park ein.

18 Jungen und Mädchen sitzen an einer langen Tischreihe vor der Galerie und schauen dem 45-Jährigen dabei zu, wie er etwas Gips in einer Schale anrührt. Anschließend erzählt Krebber, was sie an diesem Nachmittag machen werden: „Wir wollen zuerst etwas gießen, und dazu bauen wir uns eine Form, beispielsweise eine Tüte, in die dann der Gips kommt.“ Er zeigt am Beispiel von Luftpolstertüten und Klebeband, wie so eine Form entstehen kann. „Wir umwickeln die Tüten fest mit dem Klebeband, sodass ein dicker Knubbel entsteht.“

„Kunst wird häufig aus Sachen gemacht, die eigentlich für einen anderen Zweck gemacht wurden“, sagt der in Köln lebende Künstler, der häufig Alltagsmaterialien wie Luftballons oder Frischhaltefolie nutzt, um fremdartig anmutende Gebilde zu schaffen. Nachdem seine Form fertig ist, gießt er sie aus und erklärt: „Während der Gips nun warm wird, wird er hart, das geht relativ schnell.“ Nun fordert er die Kinder auf, eigene Muster zu bauen.

„Ich gebe häufig Kurse für Kinder, wenn ich Veranstaltungen habe, werde ich oft angesprochen“, sagt der Künstler, der vor kurzem mit seiner Plastik „Zirbel“ Aufsehen erregte. „Kinder sind neugierig und sehr interessiert, oft fragen sie mich, warum ich nicht mal dieses oder jenes mache.“ Heute gehe es ihm mehr um Materialerkundung und prozesshaftes Arbeiten. „Die Kinder sollen ihre eigenen Erfahrungen mit dem Material machen, das erst flüssig und dann fest ist.“

Urs (10) und Leonard (8) bauen bereits ihre Formen und kämpfen mit dem Klebeband. „Das ist gar nicht so einfach, die Luftpolster-Tüten rutschen so, da hält das Band nicht“, sagt Leonard. Er habe noch nie mit Gips gebastelt, im Gegensatz zu Urs: „Ich habe einen großen Block gegossen und den dann mit Hammer und Meißel bearbeitet.“ Das habe leider nicht so gut funktioniert: „Leider ist mir der Meißel auf den Fuß gefallen, das hat schon weh getan.“ Eine Idee, was er heute formen möchte, hat er anfangs noch nicht. Dann fällt ihm etwas ein: „Ich mache einen Hausschuh.“

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