Kunst-Mix bei "Viersen open art"

Ausstellung : Der Lyzeumsgarten wird zur Galerie

Rund 40 Künstler stellten bei der „Viersen open art“ einige ihrer Arbeiten aus. Sie zeigten, wie vielfältig Kunst ist

Der Lyzeumsgarten in Viersen wird einmal im Jahr zum kulturellen Treffpunkt. Rund vierzig Künstler präsentieren bei „Viersen open art“ ihre Werke aus verschiedenen Bereichen: „Ein Mix von neuen, aber auch altbekannten Künstlern ist uns wichtig“, sagt Sabine Schumacher, eine der Organisatorinnen. So gebe es Abwechslung für das Publikum. Vor sechs Jahren entstand open art als eine Initiative aus zehn ehrenamtlichen Künstlern, Musikern und Stadtplanern. In diesem Jahr findet die lang geplante Ausstellung zum fünften Mal statt.

Die Aussteller schätzen vor allem das Ambiente und das kunstinteressierte Publikum. „Hier geht es wirklich um die reine Kunst“, sagt Sabine Reder. Sie stellt Bilder aus, die in Richtung abstrakte und informelle Kunst gehen. Vor acht Jahren hat sie ihren Marketing-Job für die Malerei aufgegeben und bietet seitdem auch Malkurse an. Bei Viersen open art ist sie fast jedes Mal dabei.

Mittlerweile hat sich die Ausstellung einen Namen gemacht und ist sehr beliebt bei Publikum und Künstlern. Deshalb kann auch nicht jeder Kunstanfänger seine Exponate zeigen. „Wir haben eine harte Vorauswahl“, sagt Uwe Peters von open art. Zunächst muss ein Gremium über die Qualität der Werke entscheiden. Erst dann gibt es eine Einladung. „Heutzutage läuft auch viel über Empfehlungen“, erklärt Schumacher. Die Besucher kommen nicht nur aus Viersen: „Mittlerweile geht es weit über die Stadtgrenzen hinaus, bis nach Krefeld und Düsseldorf“, sagt die Organisatorin.

Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. In diesem Jahr sind auch zwei Nachwuchskünstlerinnen aus Viersen dabei: Florentine Bücker (16) und Jelena Schotten (18). Es ist ihre erste große Ausstellung, aber bereits jetzt gibt es viele Interessenten für ihre Werke. Beide gehen in ihrer Freizeit auf eine Kunstakademie. Florentine ist sich sicher, dass sie später Kunst in Düsseldorf studieren will. „Ich würde nicht so gerne nach Aufträgen arbeiten“, sagt die junge Künstlerin. „Ich mag es lieber, frei zu malen.“ Schotten bekam durch ihren Kunstlehrer den Anstoß, größere Bilder in Ölfarbe zu malen. Ihr Talent liegt im Bereich der Porträtmalerei.

Eine weitere junge Künstlerin, Lena Lackmann, ist bei der Sonderausstellung dabei. „Es ist uns wichtig, dass junge Künstler gefördert werden, die sonst aus der Vorauswahl fallen“, sagt Schumacher. Open art hat Lackmann beim Gelderner Straßenmalfestival entdeckt. Mit Kreide malt sie große und bunte Motive auf den Boden. „Ich male am liebsten das, was mir Spaß macht“, sagt die 24-Jährige. Gerade arbeitet sie an einem Motiv aus Star Wars. Auch Bilder aus dem Film Harry Potter hat sie schon auf die Straße gebracht. „Für ein Bild brauche ich schon einen ganzen Tag“, sagt Lackmann.

Die Techniken der Künstler variieren stark. Während Ekkehart Köhler mit Stoffen und Eisen Kunstwerke zaubert, arbeitet Daniel Borberg mit Fotografien und Photoshop. Nicht nur die Exponate selber zeugen von hoher Qualität. Das Hintergrundprogramm, von der Musik bis zum Catering, ist genau auf die Veranstaltung abgestimmt. „Wir stecken in unserer Freizeit viel Arbeit in diese Ausstellung“, sagt Schumacher.

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