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Viersen: Kugelrunde unter sich

Viersen : Kugelrunde unter sich

Ein Schwangerentreff des Sozialdienstes Katholischer Frauen ermöglicht es werdenden Müttern, sich untereinander auszutauschen und offene Fragen zu klären. In den Startlöchern steht außerdem ein neues Erziehungsprojekt.

Ein Kind zu bekommen, ist wahrscheinlich das Aufregendste im Leben eines Menschen. Von der Diagnose "schwanger" bis zur Geburt bleiben acht bis neun Monate, um sich verrückt zu machen und sich viele Fragen zu stellen, über die man im Nachhinein vielleicht nur noch lachen kann.

"Es gibt nichts Wichtigeres für Schwangere, als sich mit anderen werdenden Müttern auszutauschen", meint Birgit Beinlich vom Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) in Viersen. Die Diplom-Sozialpädagogin hat gemeinsam mit Hebamme Susann Töpfer das Projekt "Kugelrunde" ins Leben gerufen, ein offener Treff für Schwangere in Viersen. Jeden Donnerstag haben die zukünftigen Mütter dort die Möglichkeit, sich mit anderen Frauen auszutauschen und Sorgen und Zweifel durch Gespräche mit der Hebamme aus dem Weg zu räumen.

Angst vor der Geburt beschäftigt

Anne Becker ist 22 Jahre alt und eine der regelmäßigen Teilnehmerinnen. Anfang Februar ist es bei ihr soweit. "Ein Junge wird es", weiß sie schon. Viele andere Fragen aber sind noch ungeklärt und brennen ihr auf der Seele. "Mich beschäftigt vor allem die Geburt selbst, davor hab ich wirklich Angst", sagt sie.

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Susann Töpfer kennt das von vielen anderen Frauen und versucht, ihnen die Angst zu nehmen. "Ich habe bei den Treffen lange und intensiv mit den Frauen über Geburtsmethoden gesprochen", sagt sie. "Außerdem haben wir einmal die Situation im Kreißsaal durchgespielt", ergänzt Becker lachend.

Neben der Kindesernährung und dem Stillen geht es in den Treffen aber auch häufig um den Partner. "Viele Frauen fragen sich, was sie tun können, wenn ihnen die Geburt vor dem Partner – den sie anfangs unbedingt dabei haben wollten – auf einmal unangenehm ist", sagt Töpfer. Einige Frauen bringen ihren Partner auch mit zu den Treffen.

Das Projekt wird von Geldern der Caritasstiftung und des Caritasverbands Aachen finanziert. Außerdem ist Beinlich auch auf Spenden angewiesen. Der Zonta-Club Niers-Schwalm-Nette etwa spendete im November unter anderem rund 3000 Euro aus einem Benefiz-Golfturnier für Kugelrund und das Projekt "Guter Start" für Kinder von null bis drei des SKF. Für das Jahr 2012 plant der SKF ein ganz besonderes Projekt. Unter dem Namen "Marte meo" (lateinisch: aus eigener Kraft) wollen die Frauen in Viersen ein Konzept der Niederländerin Maria Aarts verwirklichen. Birgit Beinlich wird dafür Eltern und ihre Kinder im Alltag mit der Kamera begleiten. "Die Aufnahmen werden dann ausgewertet und besprochen. So wollen wir die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern verbessern und zu einer besseren Kindesentwicklung beitragen", erklärt Beinlich, die für das neue Projekt eine rund anderthalbjährige Ausbildung absolvierte.

www.skf-viersen.de

(RP)