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Kreis Viersen: Künftig heulen wieder die Sirenen im Kreis

Kreis Viersen : Künftig heulen wieder die Sirenen im Kreis

Das Land will die Bevölkerung bei großen Schadenslagen wie Bränden, Unfällen mit Gefahrgut oder bei Bombenentschärfungen warnen. Der Kreis erarbeitet mit den Städten und Gemeinden ein Konzept.

Sie waren lange Zeit regelmäßige, aber zunehmend auch lästige Begleiter des öffentlichen Lebens. Sirenen auf den Dächern öffentlicher Gebäude alarmierten die Feuerwehr bei Bränden, sie dienten während des Kalten Krieges aber auch dem Zivilschutz. Im Laufe der Jahre verstummten viele Sirenen, sie wurden abgebaut. Probe-Läufe gibt es für Feuerwehr-Sirenen noch samstags zur Mittagszeit. Doch im Kreis Viersen sollen Sirenen demnächst wieder regelmäßiger zu hören sein.

Nach Angaben der Kreisverwaltung wird das Signal künftig alle drei Monate auf Probe ertönen. Der erste kreisweite Probealarm ist festgesetzt für Samstag, 12. Juli, von 11 bis 11.20 Uhr. Sirenen sollen die Bevölkerung in den neun Städten und Gemeinden auf Gefahren durch Krisen und Großschadenslagen aufmerksam machen, erklärt der Kreis. Die Leitstelle des Kreises in Viersen löst die Sirenen kreisweit zentral aus.

"Die Sirenen sollen die Bevölkerung bei großen Schadenslagen wie Bränden, Gefahrgutaustritten oder Bombenentschärfungen warnen", sagt Landrat Peter Ottmann. Sirenen-Alarm informiere die Bevölkerung frühzeitig und flächendeckend über Krisen und Großschadenslagen. Die Funktionalität von Sirenen auf öffentlichen Gebäuden wie Schulen, der Post, Rathäusern oder Feuerwachen wurde einst regelmäßig überprüft.

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Diese Art, die Bevölkerung zu warnen, wurde nach 1990 zunehmend durch moderne Technik ersetzt. Die Sirenensignale für die Feuerwehr wurden durch Geräte ersetzt, die Feuerwehrleute bei sich tragen und die lautlos über einen Einsatz informieren. Manche Feuerwehr war froh, auf diese Weise die lästigen Schaulustigen los zu werden, die sich bei Sirenenalarm an Gerätehäusern einfanden, um den Einsatzfahrzeugen zu folgen. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass kaum etwas die Menschen schneller und wirkungsvoller erreicht als ein akustisches Signal", sagt Kreisbrandmeister Klaus Thomas Riedel. Ohne Sirenen könne man Bürger nichtzeitgleich und über größere Entfernungen vor einer Gefahr warnen.

Das Land Nordrhein-Westfalen kehrt ebenfalls zum Sirenenalarm zurück. Es stellt 10 Millionen Euro zur Verfügung "für die Optimierung kommunaler Warnsysteme". In den Kreis Viersen fließen demnach rund 170 000 Euro zweckgebunden für die Erweiterung von Sirenenanlagen. Der Kreis wird nach Angaben von Hans-Georg Strompen, Leiter des Straßenverkehrs- und Ordnungsamtes des Kreises, mit den Städten und Gemeinden ein entsprechendes Konzept entwickeln. Andere Kommunen im Land haben die Sirenen bereits zu diesem Zweck reaktiviert.

Mit Einführung der digitalen Funkalarmierung der Feuerwehren sind die noch vorhandenen Sirenen technisch bereits auf die Fernauslösung durch die Kreisleitstelle umgerüstet worden. Eine Sirene nutze aber nur dann etwas, wenn die Bürger mit den Warntönen etwas anzufangen wissen. Im Land gibt es einheitliche Sirenensignale, die sich an den Signalen der damaligen Zivilschutzsirenen orientieren. Zur Warnung bei Gefahren erschallt für eine Minute ein auf- und abschwellender Heulton. Bürger sind damit aufgefordert, ihren Lokalradiosender einzuschalten, um Informationen zu erhalten. Zur Entwarnung folgt für eine Minute ein Dauerton. Zur Alarmierung der Feuerwehr wird ein Dauerton für eine Minute ausgelöst, er wird zweimal unterbrochen.

Kreisweit gibt es 89 Sirenenstandorte, die ausschließlich zur Alarmierung der Feuerwehren in Gang gesetzt werden, berichtet Kreisbrandmeister Riedel. Eine Funktionsüberprüfung für dieses Sirenensignal findet deshalb kreisweit jeweils samstags um 12 Uhr statt. Sie werden künftig mit den entsprechenden Signalen zur Unterrichtung der Bevölkerung über Gefahrenlagen ertönen.

Bei dem Termin der Probealarme hat sich der Kreis denen der Nachbarstadt Krefeld angepasst. Krefeld wiederum orientiert sich an Terminen, die von der Berufsfeuerwehr der Stadt Köln und einer Reihe anderer Kommunen abgestimmt worden sind. Weitere Informationen erhalten Bürgerinnen und Bürger auf der Internetseite des Kreises unter www.kreis-viersen.de/sirene.

(RP)