Kreis Viersen: Kreis-Volkshochschule auf neuen Wegen

Kreis Viersen : Kreis-Volkshochschule auf neuen Wegen

Die Bildungseinrichtung im Kreis Viersen wird immer häufiger besucht, um Schulabschlüsse nachzuholen. Sie reagiert auf gesellschaftliche Entwicklungen und Trends. Neue Dozenten sind ebenfalls gefragt

Wer das neue Volkshochschul-Programm für das Wintersemester in der Hand hat, dem fällt es direkt auf: "Wir haben die Bereiche neu gegliedert", sagt Ingo Schabrich, Bildungsdezernent des Kreises. Von Beratung, über "Mensch und Gesellschaft", "Deutsch und Integration", Sprachen der Welt, "Kunst, Kultur, Kreativität und Handwerk" über Grundbildung und Schulabschlüsse, "Gesundheit, Verbraucher, Natur und Nachhaltigkeit" bis hin zu "Arbeit, Finanzen, Beruf und Lernen" sowie Computer und Medien reicht das Spektrum. Zufrieden ist er mit seit Juli neu gestalteten Internetseite. Zudem beteilige man sich an einem Pilotprojekt für eine App, mit der Angebote per das Handy gebucht werden können. "Viele Kunden hatten die Seite zuvor als wenig benutzerfreundlich eingeschätzt. Das haben wir geändert" sagt Schabrich.

Was zudem überrascht: Die Volkshochschule wird alle, die keinen Schulabschluss haben, immer wichtiger: "Rund 60 Prozent der Schulabschlüsse werden nicht mehr in der Schule erworben", sagt Ingo Schabrich. Und die Tendenz sei steigend. Zum Bildungsauftrag einer Volkshochschule gehöre es auch, Kurse zum Hauptschulabschluss nach Klasse 10 oder zur Fachoberschulreife anzubieten. Oft können so Schabrich zufolge so Menschen erreicht werde, die aus unterschiedlichen Gründen als Jugendliche in der Schule den Anschluss verpasst oder die später mehr aus ihrem Leben machen wollten.

Rund 39.500 Unterrichtsstunden hat die Volkshochschule des Kreises Viersen im Jahr 2016 angeboten. Rund 15 Prozent fallen davon aus. "Das ist durchaus kalkuliert", sagt Friedhelm Kames, Verwaltungsleiter der VHS. In jedem Semester werden neue Kurse ausprobiert - nicht jeder Trend sei, so Kames, auch als Kursus erfolgreich.

Dabei hat sich das Angebot für die neun kreisangehörigen Kommunen durchaus gewandelt: Das Programm der Volkshochschule sei immer auch ein Spiegel von gesellschaftlichen Entwicklungen, so Ingo Schabrich. Neben der persönlichen Bildung stehen durch die hohe Zahl an geflüchteten Menschen Sprach- und Integrationskurse stärker im Fokus. Auch gerade für Sprachkurse werden immer wieder Dozenten gesucht - und die sind schwer zu finden. "Ein wichtiges Standbein sind zudem maßgeschneiderte Angebote für Unternehmen geworden", erläutert Friedhelm Kames.

(busch)
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