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Kreis Viersen will Corona-Notbremse mit Öffnungen

Corona-Pandemie im Kreis Viersen : Kreis: Corona-Notbremse mit Öffnungen

Der Kreis Viersen gehört nicht zu den Kommunen, die die Öffnungen im Handel zurücknehmen müssen. Doch angesichts hoher Inzidenz-Werte droht auch hier die Corona-Notbremse. Wie der Landrat Schließungen verhindern will.

Während an diesem Montag in 31 NRW-Kommunen wegen hoher Inzidenz-Werte die Corona-Notbremse in Kraft tritt, gilt im Kreis Viersen: Die bisherigen Lockerungen bleiben, Geschäfte dürfen weiter nach Terminvereinbarungen besucht werden. Das geht aus einer neuen Verordnung der NRW-Landesregierung hervor, die am Montag in Kraft tritt.

In der Verordnung ist geregelt, dass Kreise und kreisfreie Städte, die an drei aufeinanderfolgenden Werktagen einen Inzidenz-Wert von mehr als 100 haben, die seit 8. März erlaubten Öffnungen wieder kassieren müssen. Bereits in dieser Woche könnte das auch auf den Kreis Viersen zutreffen. Laut Landeszentrum Gesundheit lag der Inzidenz-Wert in Viersen am Samstag bei 110, am Freitag bei 103. Dass er am Montag wieder unter 100 fällt, gilt als unwahrscheinlich. Und dann?

Setzt Landrat Andreas Coenen (CDU) auf eine Option der neuen Verordnung, die Öffnungen trotz hoher Inzidenz-Werte unter bestimmten Voraussetzungen weiter erlaubt. Eine Voraussetzung: Geschäfte müssen die Zahl der Besucher beschränken. Die andere: Nur Kunden und Besucher mit einem negativen Schnelltest-Ergebnis dürfen in die Geschäfte, Kultureinrichtungen oder die Außengastronomie. Und: Das NRW-Gesundheitsministerium muss zustimmen, dass der Kreis Viersen die Test-Option zieht. Verschärfte Kontaktbeschränkungen würden aber dennoch in Kraft treten. Der Handelsverband Krefeld-Kempen-Viersen hat bereits mit dem Landrat Kontakt aufgenommen, um zu erreichen, dass „click & meet“ auch bei einer Inzidenz von über 100 mit negativem Schnelltest möglich ist.

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Coenen erklärte: „Noch fällt der Kreis Viersen nicht unter die Notbremse-Regelung des Landes. Wenn sich unsere Fallzahlen aber entsprechend entwickeln, beabsichtigen wir, die Test-Option zu ziehen.“ Mittlerweile werden an rund 100 Stationen im Kreis Viersen kostenlose Corona-Schnelltests angeboten - von der kleinen Apotheke bis zum großen Drive-in-Testzentrum.

Der Landrat sagt: „Wir können das öffentliche und wirtschaftliche Leben nicht auf unbestimmte Zeit lahmlegen und das Land weiter zusperren. Stattdessen müssen wir den Infektionsschutz mit verantwortungsbewussten Öffnungen verbinden.“ Das sei angesichts der verfügbaren Schnelltests und Hygienemaßnahmen wie Abstand und FFP2-Maske durchaus machbar.

Dass das NRW-Gesundheitsministerium zustimmt, gilt als wahrscheinlich. Kostenpflichtiger Inhalt Auch die Stadt Krefeld und der Kreis Kleve durften trotz hoher Inzidenz-Werte die Test-Option ziehen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU): „Die Test-Option wirkt wie ein Fangnetz für Corona-Infektionen. Sie bietet den Anreiz für die Bevölkerung, sich testen zu lassen, und gleichzeitig können unerkannte Corona-Infizierte erkannt und frühzeitig rausgefiltert werden.“

In einer früheren Version des Artikels hieß es, in der Stadt Krefeld und im Kreis Kleve müssten ab Montag die seit 8. März geltenden Öffnungen zurückgenommen werden. So sieht es die Corona-Notbremse der NRW-Landesregierung vor. Die Stadt Krefeld hat aber am Sonntag eine Allgemeinverfügung erlassen, die „click & meet“ weiter erlaubt – für alle Kunden mit negativem Corona-Schnelltest. Auch der Kreis Kleve will die Test-Option ziehen, kündigte die Landrätin an.