Kreis Viersen startet Künstlerwettbewerb

Dülken : Ein Kunstwerk für das Kreisarchiv

Der Kreis Viersen hat einen Wettbewerb gestartet. Professionelle Künstler können bis Mitte September ihre Pläne einreichen. Zwei Jurys entscheiden, welche Idee vor oder in dem Neubau am Ransberg in Dülken umgesetzt wird

Das Dach ein massiger rötlicher Steinquader, statt abschottender Außenwände ellenlange Fensterreihen: Mit diesem Entwurf für das neue Kreisarchiv überzeugte das Krefelder Büro DGM Architekten im vergangenen Jahr die Jury. Nach dem Architektenwettbewerb hat der Kreis Viersen jetzt wieder einen Wettbewerb gestartet: Diesmal gesucht: Ein Kunstwerk, das vor oder im Kreisarchiv am Ransberg in Dülken installiert werden soll. Ab sofort können sich professionelle Künstler bewerben, sie müssen jedoch einige Vorgaben erfüllen.

Im Dezember 2017 schlossen Kreis und Wettbewerbssieger den Architektenvertrag für den Bau des neuen Kreisarchivs. Bis Ende 2020 soll es fertig sein. Der Kreis rechnet mit knapp neun Millionen Euro Gesamtbaukosten und mehr als fünf Millionen Euro Fördergeld vom Land NRW. Das Gebäude soll nach dem Prinzip der zirkulären Wertschöpfung errichtet werden, Vorbild ist das Rathaus in Venlo. Ziel ist etwa, dass im Kreisarchiv mehr Energie erzeugt als verbraucht wird. Beim Bau soll so wenig Müll wie möglich anfallen, genutztes Material also am besten  wiederverwertbar sein.

„Wir wollen unser Kreisarchiv als offenes Haus gestalten und dort den Nutzern Geschichte und zirkuläre Wertschöpfung ‚zum Anfassen‘ bieten“, sagt Landrat Andreas Coenen (CDU). „Das Kunstwerk am oder im neuen Kreisarchiv kann diese Anliegen aus ganz anderem Blickwinkel unterstützen und erlebbar machen.“

Die Sparkassenstiftung „Natur und Kultur“ Kreis Viersen der Sparkasse Krefeld habe den geplanten Neubau zum Anlass genommen, Stiftungsgelder zur Realisierung eines Kunstwerks bereitzustellen, informiert die Kreisverwaltung. Das Archiv verfolge den Gedanken: „Zukunft braucht Herkunft“, es bewahre den Schatz des Kreises Viersen – seine dokumentierte Geschichte – sicher auf. „Andererseits öffnet es sich für Forscher und Besucher und lädt dazu ein, Geschichte zu entdecken, über sie ins Gespräch zu kommen und sich mit ihr positiv zu identifizieren.“ Künstler, die an dem Wettbewerb teilnehmen möchten, müssen eine Kostengrenze einhalten. Herstellung, Material, Honorar: Für alles zusammen sollten nicht mehr als 91.500 Euro brutto ausgegeben werden.

Der Kreis Viersen plant einen zweistufigen Wettbewerb. Die Jurymitglieder der ersten Auswahlstufe sollen Jutta Pitzen (Leiterin der städtischen Galerie im Park in Viersen), Anne Schloen (Kunsthistorikerin aus Köln) und Felix Schramm (Künstler aus Düsseldorf) sein.

Als Mitglieder der zweiten Jury sind Barbara Adamek (Künstlerin aus Krefeld), Landrat Andreas Coenen, Söke Dinkla (Direktorin des Lehmbruck Museums Duisburg), Luise Fruhen (Kulturausschuss Kreis Viersen), Stefan Kaiser (Künstler aus Viersen), Milena Karabaic (LVR-Dezernentin für Kultur und Umwelt), Hans Kettler (Kulturausschuss Kreis Viersen), Dirk Löbbert (Professor an der Kunstakademie Münster), Maik Löbbert (Rektor der Kunstakademie Münster), Birgit Roos (Vertreterin des Stiftungsvorstandes der Sparkassenstiftung „Natur und Kultur“), Kreisdirektor und Kulturdezernent Ingo Schabrich und Bernd Volkenannt (DGM Architekten Krefeld) vertreten.

Ende Januar 2019 soll feststehen, welches Kunstwerk am Ransberg realisiert wird.