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Kreis Viersen: Privatradio Welle Niederrhein feiert 30. Geburtstag

Jubiläum in Krefeld : Privatradio Welle Niederrhein feiert 30. Geburtstag

Am 31. August 1991 ging das Radio auf Sendung. Geändert haben sich Technik und Medienvielfalt. Erreicht werden täglich rund 100.000 Hörer im Kreis Viersen und in Krefeld

Das Smartphone gab es noch nicht, und kurz zuvor ist die erste Website der Welt online gegangen: Die Zeit war technisch und politisch eine andere, als der private Radiosender Welle Niederrhein vor 30 Jahren auf Sendung ging. Der Sender hat das Jubiläum am Dienstag gefeiert. Redaktionsleiterin Anouk van der Vliet (28) hat mit ihrem Team und den Hörern einen Partytag eingelegt – mit Musikwünschen und Einspielungen aus vergangenen Tagen. Was hat sich in der Zeit geändert?

Was sich nicht geändert hat: Das Privatradio ist ein jungen Medium. Die Mitarbeiter – sechs Festangestellte und zehn freie Mitarbeiter – sind meist um die 30. Nicht geändert hat sich auch, dass das Radio ein schnelles Medium ist – das fasziniert van der Vliet an ihrem Beruf: „Das ist das Schöne daran: Wir ziehen den Regler hoch, und dann sind wir da.“ Nicht geändert hat sich auch, dass Sprechkultur unabdingbar ist: einen Satz in Sinnabschnitte einteilen, die Betonung richtig setzen, eine Nachricht so vortragen, dass es nicht abgelesen klingt. „Manchmal werde ich gefragt, wie wir uns das alles merken können“, sagt van der Viet lächelnd, „dabei lesen wir meistens ab.“

  • Anouk van der Vliet ist Redaktionsleitern
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Geändert hat sich die Technik und die Medienvielfalt. „In den 90er Jahren wurden die Beiträge noch geschnitten“, sagt van der Vliet, die Digitalisierung hat vieles vereinfacht, die Ausrüstung ist schlanker geworden. Gewachsen ist auch die Medienvielfalt: Junge Leute hören heute nicht mehr im Radio ihre Lieblingsmusik, sondern bei Anbietern wie Spotify; und Nachrichten holen sich junge Leute gern über Pushmeldungen auf ihr Handy. Nicht geändert hat sich wiederum, dass Radio ein Nebenbei-Medium ist; es wird beim Autofahren oder bei anderen Gelegenheiten gehört. Über soziale Netzwerke sei zudem die Kommunikation mit den Hörern wesentlich intensiver geworden.

 Welle Niederrhein erreicht täglich rund 100.000 Hörer im Kreis Viersen und in Krefeld. Der Sender finanziert sich allein aus Werbeeinnahmen und ist – wie alle 45 Lokalradios in NRW – in das Zwei-Säulen-Modell eingebunden. Es gibt eine Veranstaltergemeinschaft und eine Betriebsgesellschaft. Die Veranstaltergemeinschaft setzt sich aus Vertretern gesellschaftlich relevanter Gruppen zusammen, wie Kirchen, Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände. Die Zusammensetzung bestimmt das Landesmediengesetz. Sie ist Arbeitgeber der Redaktion und beruft mit der Betriebsgesellschaft den Chefredakteur. Die Betriebsgesellschaft ist für den wirtschaftlichen Erfolg zuständig und ermöglicht den Sendebetrieb technisch. Welle Niederrhein sendet täglich von 6 bis 10 und 14 bis 18 Uhr. Das Rahmenprogramm liefert Radio NRW.