Geschwindigkeitskontrollen im Kreis Viersen Mit 183 km/h durch die 50er-Zone

Kreis Viersen · Die Einnahmen aus den Geschwindigkeitskontrollen im Kreis Viersen sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Weniger zu schnell gefahren wurde aber nicht.

Nicht nur die Stadt Viersen hat eine semistationäre Blitzanlage, auch der Kreis Viersen setzt eine „Panzerblitze“ ein. Sie erzielte im vergangenen Jahr gut 1,2 Millionen Euro Einnahmen.

Nicht nur die Stadt Viersen hat eine semistationäre Blitzanlage, auch der Kreis Viersen setzt eine „Panzerblitze“ ein. Sie erzielte im vergangenen Jahr gut 1,2 Millionen Euro Einnahmen.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Ihre Anschaffungskosten — rund eine Viertelmillion Euro — hat die semistationäre Radarfalle des Kreises Viersen schon nach wenigen Wochen wieder eingespielt. In ihrem ersten kompletten Einsatzjahr 2023 erzielten die Fotos der „Panzerblitze“ Verwarn- und Bußgelder von insgesamt mehr als 1,2 Millionen Euro. „Die höchste bisher von ihr gemessene Geschwindigkeit betrug 183 km/h nach Toleranzabzug bei erlaubten 50 km/h“, berichtet Kreis-Sprecherin Julia Vieth. „In diesem Fall erfolgte neben einem Bußgeldverfahren eine Verurteilung zu 60 Tagessätzen und einem Jahr Führerscheinentzug.“

22.590 Mal lösten die fest installierten Blitzanlagen in Viersen — hier die Anlage am Baumarkt an der Kölnischen Straße — im vergangenen Jahr aus. Im Jahr 2022 waren es 22587 Mal. Einnahmen in 2023: 876.000 Euro.

22.590 Mal lösten die fest installierten Blitzanlagen in Viersen — hier die Anlage am Baumarkt an der Kölnischen Straße — im vergangenen Jahr aus. Im Jahr 2022 waren es 22587 Mal. Einnahmen in 2023: 876.000 Euro.

Foto: Martin Röse

Das ist natürlich der Hauptzweck der Geschwindigkeitskontrollen durch den Kreis Viersen: den Straßenverkehr sicherer zu machen, zu schnelles Fahren zu sanktionieren — und Raser von der Straße zu holen.

Für die Methode Abschreckung taugen nach Erkenntnissen des Kreises auch durchaus Anlagen, die gar keine funktionierende Technik enthalten — weshalb der Kreis auch nicht anlagenscharf mitteilt, welche Radarfalle wie oft ausgelöst hat und welche Einnahmen sie generierte. „Aktuell sind acht Standorte mit einer funktionierenden Blitzanlage ausgerüstet. Weitere Standorte verfügen aktuell nicht oder nicht mehr über die entsprechende Technik“, so die Kreissprecherin. „Gleichwohl dienen auch diese Anlagen der Verkehrssicherheit, da die Ausstattung mit Technik für die Verkehrsteilnehmenden nicht mit Sicherheit feststellbar ist. Würden alle Standorte mitgeteilt werden, wäre dieser Effekt hinfällig.“

 Die Blitzanalage in Nettetal-Leuth erzielte 87.400 Euro Einnahmen.

Die Blitzanalage in Nettetal-Leuth erzielte 87.400 Euro Einnahmen.

Foto: Martin Röse

Insgesamt sind die Einnahmen durch die Geschwindigkeitskontrollen im Kreis Viersen im vergangenen Jahr gegenüber 2022 deutlich gesunken: von 5,4 Millionen Euro auf 4,9 Millionen Euro. Ein Rückgang um 8,5 Prozent. Wurde also deutlich weniger zu schnell gefahren? Wohl nicht: „Der erhöhte Betrag im Jahr 2022 ergab sich durch eine Messstelle der Kreispolizeibehörde Viersen auf der A61, die dort mehrere Monate installiert war“, erklärt Vieth.

Neben der semistationären Radarfalle unterhält der Kreis Viersen auch zwei Fahrzeuge zur Geschwindigkeitsmessung. Sie sorgten für Einnahmen von rund 690.000 Euro.

Acht festinstallierte Blitzanlagen, so genannte Tower, sind derzeit funktionstüchtig: Drei davon stehen in Viersen, zwei in Brüggen sowie je eine in Nettetal, Grefrath und Schwalmtal. Die Anlage in Brüggen-Bracht ist die jüngste; sie wurde im Januar 2023 aufgestellt. Pläne, einzelne Standorte aufzugeben oder Blitzanlagen an neuen Standorten zu installieren, gebe es derzeit nicht, sagt die Kreissprecherin.

Das meiste Geld erzielten die festinstallierten Radarfallen in Viersen. Insgesamt 22.590 Mal lösten die drei Blitzanlagen — eine an der Kölnischen Straße beim Baumarkt, eine in Süchteln und eine in Hausen — im vergangenen Jahr aus. Im Jahr 2022 waren es 22.587 Mal. Einnahmen in 2023: 876.000 Euro gegenüber 1,1 Millionen Euro in 2022.

Eine der beiden fest installierten Radarfallen des Kreises in Brüggen. Zusammen erzielten sie Einnahmen von 17.800 Euro.

Eine der beiden fest installierten Radarfallen des Kreises in Brüggen. Zusammen erzielten sie Einnahmen von 17.800 Euro.

Foto: Martin Röse

Rund 122.000 Euro erzielte die Blitzanlage in Schwalmtal; sie löste im vergangenen Jahr 3240 Mal aus. Auf 87.400 Euro summieren sich die Einnahmen durch die Radarfalle in Nettetal-Leuth, die 2.850 Verkehrsteilnehmer blitzte. Die Anlage in Grefrath machte 1770 Fotos. Einnahmen: 66.600 Euro. Und die beiden Anlagen in Brüggen kamen auf 530 Fotos. Einnahmen: 17.800 Euro.

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