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Kreis Viersen: Evangelische Kirche will die Jugend ansprechen

Synode des Kirchenkreises Gladbach-Neuss : Evangelische Kirche will die Jugend ansprechen

Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises tagte erstmals digital. Bei dem virtuellen Treffen war ein wichtiges Thema, dass zwei Drittel der Pfarrer bis 2035 in den Ruhestand gehen werden.

Wichtige Fragen galt es auf der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Gladbach-Neuss zu beantworten, Themen zur Zukunft der Gemeindearbeit zu diskutieren, Beschlüsse zu fassen und Wahlen abzuhalten. 166 Teilnehmer aus den 23 Gemeinden des Kirchenkreises Gladbach-Neuss, der sich von Niederkrüchten-Elmpt bis Dormagen erstreckt und 119.000 Gemeindeglieder umfasst, waren dabei. Allerdings nicht persönlich – das verbot sich in Corona-Zeiten.

Zum ersten Mal fand die Kreissynode als Online-Konferenz statt. „Wir haben uns eine neue Geschäftsordnung geben müssen“, sagte Superintendent Dietrich Denker. Nur so war es möglich, überhaupt Beschlüsse fassen, ohne sich persönlich zu treffen. Einige Tage zuvor hatte es eine „Test-Synode“ gegeben – das Netz blieb an allen Orten stabil. So konnte über das Pfarrstellenrahmenkonzept diskutiert werden. Bis 2030 werden 30 Prozent der Pfarrer in den Ruhestand gehen, von den Verbliebenen bis 2035 noch einmal 50 Prozent. „Wir wollen als Kirche nah an den Menschen bleiben, ihnen Gutes bringen und sagen“, formuliert Denker das Anliegen der Kirche.

Es stellt sich die Frage: Wie soll diese Arbeit aufgeteilt werden, ohne dass weiße Flecken entstehen? Die Synode diskutierte die Vernetzung der Arbeit der Gemeindepfarrer mit besonderen seelsorgerischen Angeboten wie die Krankenhaus- und Schulseelsorge. Auch die Frage, wie der Nachwuchs gefördert werden könnte, stand auf dem Programm. „Wir brauchen die, die Spaß an Kirche haben“, sagte Denker. Das sind zum Beispiel die Jugendlichen, die nach der Konfirmation in der Gemeinde aktiv bleiben. Denker: „Es ist wichtig, in der Jugendarbeit Partizipation zu realisieren.“

Die evangelische Kirche unterstützt junge Menschen, die Theologie studieren wollen, mit Stipendien und will Quereinsteigern wie Religionspädagogen ein Aufbaustudium ermöglichen. Ein weiteres Thema war die Digitalisierung. Während der Corona-Krise wurden mit Hilfe der digitalen Technik neue Zielgruppen erreicht. Die Synode beschloss die Einrichtung eines Fonds zur Unterstützung innovativer Projekte. Für die Vertretung in der Landessynode wurden drei nicht-theologische Delegierte gewählt: Miriam Lohrengel aus Wevelinghoven, Tobias Goldkamp aus Neuss und Martin Hütter, Mönchengladbach.