Kreis Viersen: Das Grenzland braucht mehr Kita-Plätze

Jugendhilfeausschuss : Das Grenzland braucht mehr Kita-Plätze

Das Kreisjugendamt hat den Bedarfsplan für die Kinderbetreuung 2019 vorgestellt. Probleme gibt es bei der Versorgung von Kindern über drei Jahren. In Schwalmtal, Brüggen und Niederkrüchten soll deshalb bis 2021 je eine neue Kita errichtet werden.

Der Jugendhilfeausschuss des Kreises Viersen hat in seiner jüngsten Sitzung den Bedarfsplan der Kinderbetreuung für 2019 beschlossen. Das betrifft vor allem die angespannte Platzsituation in Niederkrüchten, Brüggen und Schwalmtal. „Wir haben eine stark ansteigende Zahl an Kindern“, sagte Kreisdirektor Ingo Schabrich. „Das ist eine gute Sache, aber wir müssen jetzt vorbereitet sein.“ Die Bedarfsplanung sei „sehr gut“, aber „die Herausforderung ist die Umsetzung“, so Schabrich. Das Problem sei, dass die Finanzstruktur des Kreisjugendamtes keinen Spielraum lasse. „Man muss sich das vorstellen wie beim Autotank“, erklärte Schabrich. „Normalerweise kommt man immer noch mit etwa 15 Kilometern bei der Tankstelle an, einfach zur Sicherheit. Wir kommen genau bei null an.“ Das mache die Schwierigkeiten beim Kreisjugendamt aus.

Wie im vergangenen Jahr gab Rainer Müller vom Kreisjugendamt einen Sachstand zum Bedarfsplan und stellte dem Ausschuss diesen genauer vor: Am besten sieht es bei der Versorgung für Kinder zwischen zwei und drei Jahren aus. In Schwalmtal reichen die Plätze genau aus, Niederkrüchten hat einen Platz Überschuss und Brüggen sogar sieben Plätze. Beim Bedarf für Kinder unter einem Jahr erfüllen die drei Gemeinden ebenfalls das Soll.

Bei den Plätzen für Kinder zwischen einem und zwei Jahren gebe es allerdings Verbesserungsbedarf. Brüggen fehlt ein Platz, Schwalmtal kommt exakt aus. Dafür fehlen in Niederkrüchten fünf Plätze.

Kernproblem ist in Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten jedoch der Bedarf für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt. Während es in Brüggen nur vier fehlende Plätze sind, sind es in Niederkrüchten schon sieben, in Schwalmtal gar neun – Negativwert im Kreis Viersen. Grundsätzlich werden im Bereich des Kreisjugendamtes – Niederkrüchten, Schwalmtal, Brüggen, Tönisvorst und Grefrath – 2499 Kindergartenplätze für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt benötigt, verfügbar sind aber nur 2478. Sprich ein Fehlbedarf von 21 Plätzen.

Brüggen kann die vier fehlenden Plätze durch den Überschuss in anderen Altersgruppen ausgleichen. „Die fehlenden Plätze in Schwalmtal und Niederkrüchten müssen jedoch durch eine Überbelegung zur Verfügung gestellt werden“, sagte Müller. Das bedeute für Schwalmtal eine Überbelegung von 0,29 Kindern pro Gruppe, in Niederkrüchten sind es 0,27 Kinder. „Das ist natürlich nicht das Endziel, aber bleibt noch vertretbar“, so Müller.

Um dem entgegenzuwirken, hat der Jugendhilfeausschuss zum einen die Einrichtung von sechs Großtagespflegestellen, davon drei in Schwalmtal und eine in Brüggen, beschlossen. Zum anderen seien in den einzelnen Kommunen neue Kitas in Planung. „Seit zwei bis drei Jahren laufen die Planungen auf Hochtouren für eine weitere Kita zwischen Brüggen und Bracht“, erklärte Müller. Dabei handele es sich um die Kita Mevissenfeld. „Realistisch ist eine Eröffnung aber frühstens zum August 2021“, so Müller. Es gebe viel zu tun, unter anderem fehle ein Bauträger.

„Auch in Niederkrüchten ist eine neue Kita mit drei zusätzlichen Gruppen geplant“, sagte der Architekt. Das Bauvorhaben werde im März im entsprechenden Ausschuss vorgestellt. „Standort und Bauträger soll es zeitnah geben. Trotzdem rechnen wir auch hier erst mit August 2021“, erklärte Müller. In Schwalmtal habe „die Politik bereits den Neubau einer weiteren Kita beschlossen“. Nun gelte es, einen Träger zu finden und der Schaffung von Baurecht nachzukommen. „Drei zusätzliche Gruppen sind in der Kita vorgesehen“, so Müller. Wie auch in den beiden anderen Kommunen sei August 2021 das Ziel.

Der Kreis Viersen will die Gemeinden bei den Vorhaben unterstützen. „Der Kreis kann beispielsweise in Vorfinanzierung gehen, wenn noch auf Landesmittel gewartet wird“, erklärte Müller. So könnten die Maßnahmen deutlich schneller voran gehen. Zudem kümmere sich der Kreis Viersen um die Akquirierung von Personal für die Großtagespflegestellen und evaluiere einen möglichen Ausbau dieser, beispielsweise in Niederkrüchten.

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