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Kreis Viersen: Beim CUZ Kempen 18 Tage auf Corona-Testergebnis gewartet

Corona-Pandemie im Kreis Viersen : 18 Tage auf Corona-Testergebnis gewartet

Eine Panne bei der Corona-App sorgte beim Corona-Untersuchungszentrum in Kempen für viele Überstunden. Die Kassenärztliche Vereinigung in Viersen hat jetzt außer der App und Online-Abfragen eine Telefonnummer installiert.

Ein Reiserückkehrer aus Nettetal-Hinsbeck wollte auf Nummer sicher gehen. Er hatte Urlaub in den Niederlanden und in Belgien gemacht, beide Länder zählen nicht zu den Risikogebieten. Doch als er vom neuen Corona-Untersuchungszentrum (CUZ) in Kempen hörte, machte er sich auf den Weg dorthin und ließ einen Abstrich machen. Das war bereits am 24. August. Auf das Testergebnis wartete er dann vergeblich. Erst durch Nachfrage bei der Kassenärztlichen Vereinigung kam am Donnerstag der beruhigende Befund: negativ.

Am 24. August hatte das CUZ an der Schorndorfer/Arnoldstraße in Kempen den Betrieb aufgenommen. Zu den zweistündigen Terminen pro Tag sind in der ersten Woche etwa 60 bis 70 Menschen, die sich testen lassen wollten, gekommen. Jetzt kommen bereits täglich über 100. Die Termine werden online vergeben (www.cuz-nrw.com). Dr. Arndt Berson, Hausarzt in Kempen und Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein im Kreis Viersen, hat maßgeblich an der Organisation des CUZ mitgewirkt. Er zieht für die erste Woche eine durchaus positive Bilanz. Wäre da nicht die Panne mit der Telekom gewesen: Die Corona-App funktionierte zwei Tage lang nicht richtig, die Testergebnisse konnten so nicht übermittelt werden. Ärzte der KV und deren Praxiskräfte haben am Samstag stundenlang 340 Patienten ganz analog per Telefon anzurufen versucht, um ihnen das Testergebnis so mitzuteilen. Der Hinsbecker fiel durchs Netz, weil er nicht erreicht werden konnte. Das wurde jetzt gezielt nachgeholt.

Weil die Labore durch die Vielzahl an Coronatests voll ausgelastet sind, kann es derzeit bis zu 72 Stunden dauern, bis das Ergebnis vorliegt. Wer wie der Hinsbecker freiwillig den Test macht, nicht aus einem Risikogebiet kommt und keine Symptome zeigt, muss aber nicht in Quarantäne, wie ein Sprecher des Kreises bestätigt. Dafür gebe es keine rechtliche Handhabe. Das CUZ wurde bewusst in Kempen aufgestellt, weil es dort kurze Wege zum Labor gibt. Das kooperierende Labor Dr. Wisplinghoff in Köln hat in Kempen eine Zweigstelle. Das CUZ wird von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein federführend geführt, mit im Boot sind das Kreisgesundheitsamt, das für die Schutzkleidung sorgt, und Mitarbeiter vom Roten Kreuz oder den Maltesern. Für Rückfragen zu Testergebnissen ist nicht das Kreisgesundheitsamt zuständig. Im Falle eines positiven Tests kommt das Amt eh auf die Betroffenen zu, um auch zu den notwendigen Quarantäne-Maßnahmen zu informieren.

Wie aber kommt man nach einem Test an sein Ergebnis? Das CUZ Kempen bietet drei Wege: Wer die Corona-App auf seinem Smartphone installiert hat, erhält einen Abschnitt mit dem QR-Code zum Einscannen mit der App. Sobald der Befund vorliegt, erhält der Betroffene eine Push-Mitteilung. Wer keine Corona-App installiert hat, erhält einen Code, mit dem der Befund online auf der Webseite des Labors Dr. Wisplinghoff abgerufen werden kann. Sollte es trotzdem zu Problemen bei der Mitteilung von Befunden kommen, kann das Ergebnis montags bis freitags (außer mittwochs) zwischen 16 und 18 Uhr telefonisch erfragt werden. Dazu hat die Kassenärztliche Vereinigung die Praxis Dr. Martin Kamp in Kempen unter der Rufnummer 02152 4575 vorgesehen.