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Viersen: Kreis sammelt im Grenzland alte Kleider

Viersen : Kreis sammelt im Grenzland alte Kleider

Die politischen Gremien in Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal haben zugestimmt, die Alttextiliensammlung mit dem Kreis Viersen ab Januar fortzuführen. In der zweijährigen Testphase wurde das Angebot gut angenommen

Nach der Probezeit ist klar: Die Gemeinden Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal werden ab 2017 die kommunale Alttextiliensammlung dauerhaft fortführen. Die politischen Gremien stimmten dafür einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit dem Kreis Viersen zu. In den vergangenen zwei Jahren hatten die Gemeinden schon den Testlauf gemacht, als der Abfallbetrieb des Kreises eine Erprobungsphase ansetzte. Neben den drei Grenzlandgemeinden nahmen auch Kempen und Willich von Anfang an teil. 2016 kamen Viersen und Tönisvorst hinzu. Weil die Erprobungsphase für die Gemeinden erfolgreich verlief, wird die Alttextiliensammlung nun fortgesetzt.

Werfen Bürger ihre alten Kleider in diese Container, erhalten die Kommunen Geld dafür: Den Überschuss aus der Verwertung der Textilien gibt der Abfallbetrieb des Kreises Viersen an die teilnehmenden Städte und Gemeinden weiter. Dort fließt das Geld in die Berechnung der Abfallgebühren ein, sorgt also mit dafür, dass die Müllgebühren in den Kommunen stabil bleiben.

  • Schwalmtal : Brüggen und Schwalmtal weiten Kooperation aus
  • Borussia-Trainer Ronny Rogawska. ⇥Foto: Dieter Wiechmann
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  • Die Mitglieder der Stadtschülervertretung (von links):
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In den sieben Kommunen, die bislang teilnehmen, gibt es 74 Standorte mit insgesamt 107 Altkleidercontainern. Von den Bürgern wird das Angebot gut angenommen, haben die Gemeindeverwaltungen festgestellt. In Schwalmtal beispielsweise gibt es fünf Standorte für die Container, nämlich in Dilkrath, in Hehler, in Lüttelforst, am Rösler-Stadion in Amern und am Sportplatz in Haverslohe. Sowohl am Rösler-Stadion als auch am Sportplatz in Haverslohe wurden inzwischen zwei Container aufstellt, weil das Angebot so gut angenommen werde, erklärt Bernd Gather, allgemeiner Stellvertreter des Bürgermeisters im Waldnieler Rathaus.

In Brüggen fiel auf, dass die beiden Container bei Aldi an der Borner Straße nicht ausreichten, um all die Textilien aufzunehmen, die dort abgeladen wurden. Deshalb bestellte die Brüggener Gemeindeverwaltung einen dritten Container, der im November aufgestellt wurde. Die Burggemeinde hält daneben Altkleidercontainer am Südwall und an der Solferinostraße in Bracht sowie am Friedhof in Born vor. In Niederkrüchten gibt es kommunale Altkleidercontainer in Overhetfeld am Weibersbrunner Platz, in Elmpt am Adolph-Kolping-Platz, in Niederkrüchten an der Friedensstraße und in Brempt neben dem Kindergarten.

Der Abfallbetrieb des Kreises sammelte im auslaufenden Jahr etwa 515 Tonnen alte Kleider und Schuhe ein. "Der erzielte Überschuss bei der Verwertung von rund 67.000 Euro wird vollständig an die teilnehmenden Städte und Gemeinden ausgeschüttet", erläutert Landrat Andreas Coenen (CDU). Zwei Beispiele: In Schwalmtal wurden im Jahr 2015 insgesamt 49,4 Tonnen Alttextilien in den kommunalen Altkleidercontainern gesammelt, rund 8.300 Euro erhielt die Gemeinde. Im Jahr 2016 wurden (bis November) rund 44 Tonnen gesammelt, etwa 7000 Euro fließen dafür nach Schwalmtal. Die Gemeinde Brüggen erhielt 2015 aus der Altkleidersammlung 4500 Euro.

Neben dem Geld für die Kommunen macht der Abfallbetrieb des Kreises zwei weitere Vorteile der kommunalen Alttextiliensammlung aus. Die Sammlung stelle einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung dar, sagt Betriebsleiter Andreas Budde. "Bei einer Entsorgung der 515 Tonnen kommunal gesammelter Alttextilien in der grauen Tonne hätten die sieben teilnehmenden Kommunen Kosten von etwa 76.000 Euro zu tragen." Dagegen könne der Abfallbetrieb durch die hochwertige Wiederverwertung der Alttextilien sogar Erlöse ausschütten. Außerdem sollen durch die verstärkte, flächendeckende Sammlung gewerbliche Sammler zurückgedrängt werden. Denn Städte und Gemeinden können ihre öffentlichen Flächen frei von gewerblichen Sammlern halten, wenn sie selber sammeln. Karitative Sammlungen sollen durch die kommunale Altkleidersammlung nicht beeinträchtigt werden: Kleiderkammern und gemeinnützige Sammler gibt es weiterhin.

Nach einer Ausschreibung sammelt nun ab Januar für den Abfallbetrieb des Kreises die Firma Torun Tex aus Salzgitter die Textilien ein. Im Betrieb sortieren Mitarbeiter die Teile. Was noch tragbar ist, wird weiterverwendet. Nach Angaben von Kreissprecher Markus Wöhrl bestellen beispielsweise Hilfsorganisationen gezielt Kleidung für bestimmte Länder, für Afrika etwa sommerliche Hemden. Sind die Teile nicht mehr tragbar, werden sie geschreddert. Aus den Resten wird zum Beispiel. Maler-Vlies hergestellt, das im Baumarkt erhältlich ist.

(RP)