1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Kreativa-Ausstellung mit Hobbykünstlern in Niederkrüchten

Niederkrüchten : Kreativa überzeugte die Besucher

Künstler aus der Region präsentierten in der Ausstellung in der Niederkrüchtener Begegnungsstätte ihre Kreationen. Sie nutzten Materialien wie Holz, Ton, Kupfer, Stoff und viele andere.

Dicht an dicht stehen die Stände der Hobbykünstler. Sogar vor der Begegnungsstätte gibt es schon die ersten interessanten Verkaufsstände. Aus Mönchengladbach kommt Rolf Kostka. Vier Jahre lang hatte er sich bereits um einen Platz auf der Kreativa beworben. Er fertigt blumen- und herzförmige Bleiverglasung an. Die hübschen Fensterdekorationen macht er bereits seit 40 Jahren. „Das ist für mich ein netter Zeitvertreib und eine tolle Beschäftigung“, sagt er. An manchen Stücken arbeitet er bis zu zwei Stunden. Daneben steht der gebürtige Ägypter Alfred Gobran aus Dortmund. Der 80-Jährige erhält aus der Heimat original Papyrus und zeichnet nach Vorlagen aus alten Büchern typisch ägyptische Motive. Womit er malt, verrät er aber nicht. „Das ist mein Geheimnis“, schmunzelt er.

Wie immer haben die Frauen der Awo Niederkrüchten kleinere Stände im Foyer, wo sie Strickwaren, Puppenkleidung, Ketten und Häkelsachen anbieten. Unterstützt von ihren Männern betreuen die Awo-Frauen auch die gut frequentierte Caféteria. Unter anderem Patchwork-Taschen für „Frauen- und Mädchengedöns“ bietet Claudia Gronzki aus Schwalmtal an. Sie bietet Patchworkkurse auch über die Volkshochschule in Amern im Familienzentrum an. Eine eindrucksvoll gestaltete Decke prangt im Hintergrund. „Man kennt Patchwork schon so lange und viele möchten diese Fertigkeit selbst erlernen“, weiß sie aus Erfahrung.

Heinz Tüffers, der jedes Jahr direkt rechts hinter dem Eingang des Saals seinen Stand hat, gibt leider sein Hobby auf. Der 78-jährige Nettetaler hat schon viele mit seinen Kupferarbeiten für Haus- und Garten begeistert. Auch jetzt lachen den Besuchern die Figuren aus Stein und Kupfer entgegen und finden guten Anklang. „Ich mache das furchtbar gerne. Aber das Kupfer ist auch sehr teuer und ich werde älter“, bedauert er. Für krebskranke Kinder und die Messdiener in Lobberich will er aber weiter einige Stücke anfertigen, nur die Ausstellungen sind ihm mittlerweile zu anstrengend. Auch aus Kaldenkirchen kommen Nadine Gerhards, Saskia Fritz und Bianca Schmitz. Genähtes – nicht nur für Kinder – haben sie dabei: Dekorationen, Taschen, Schals und etwa Brötchenkörbe. Beim Nähen haben ihre Kinder teilweise mitgeholfen.

Mit einfachen Laubsägearbeiten, die die ehemalige Therapeutin früher mit Patienten gebastelt hatte, fing die Leidenschaft von Karin Capek-van Geul an. Mittlerweile fertigt die 66-jährige Nettetalerin seit über 15 Jahren Holzmäuse. Sie wurden immer mehr themenbezogen dekoriert, etwa als Geldmäuse für Hochzeitspaare, als Gutschein-Mäuse mit Kochmütze für einen Restaurantbesuch oder als Krankenschwester-Maus – ein Mitbringsel mit Besserungswünschen. Die sechsköpfige Bastel-Gruppe der Zwar-Gruppe Niederkrüchten war wieder fleißig. Einmal wöchentlich treffen sie sich und jeder bringt das mit ein, was er selbst fertigen kann. Traudel Hummen (76) hat Mini-Winterlandschaften gebastelt. Es gibt Plätzchen, gebrannte Mandeln, Bioseife, Schmuckkarten. „Der Umwelt zuliebe haben wir auch Einkaufsnetze gehäkelt“, sagt sie. Sieglinde Hanselmann (76) füllt alte Flaschen mit Dekomaterial und Lichterketten. Die Flaschen werden noch mit Strass-Aufklebern verziert. „Vor allem die Borussia-Flaschen gingen sehr gut, hier steht noch eine letzte Flasche“, freut sie sich. Vom Erlös des Verkaufs wird neues Material für die Gruppe gekauft.