Krankenhaus in Viersen setzt auf Therapiehund Buddy

Therapiehund: Und dann kam Buddy

Das St.-Irmgardis-Krankenhaus in Süchteln setzt bei der Behandlung in der Geriatrie auf einen vierbeinigen Helfer: Zweimal im Monat besucht ein Labrador die Patienten – mit erstaunlichem Erfolg

(RP) „Wir versuchen durch viele Möglichkeiten, die Betreuung geriatrischer Patienten immer weiter zu verbessern. Dabei gehen wir auch gern neue Wege”, erzählt Barbara Timmerbeul, Oberärztin in der Klinik für Geriatrie des St. Irmgardis-Krankenhauses Süchteln. „Ernährung und Kommu­nikation sind hier wichtige Standbeine.“

Dass eines dieser „Standbeine“ nun gleich vier Beine und ein weiches Fell hat, ist einer dieser neuen Wege. Thomas Becker, Kaufmännischer Direktor, und seine Sekretärin, Birgit Langerbeins, nahmen den Kontakt zu Sabrina Diron auf. Sie ist ausgebildete Sozialpädagogin und bildet mit ihrem Labrador „Buddy“ ein Team. „Buddy“ heißt übersetzt auch Kumpel – und das ist er für Sabine Diron. Beide waren bereits in der Schulsozialarbeit aktiv und arbeiteten in einer Intensivgruppe mit verhaltensauffälligen Kindern. Zusätzlich wurden sie auch von „Vier Pfoten für Sie“, einem Hunde-Besuchsdienst für Menschen mit Demenz, ausgebildet.

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„Es gibt Geriatrie-Patienten, die für uns unerreichbar scheinen“, berichtet Barbara Timmerbeul. „Da dringen wir einfach nicht durch.“ Aber viele dieser Patienten reagieren extrem positiv auf den Kontakt zu Hunden. „Sie sind einfach viel erfolgreicher als wir und finden schnell einen Zugang.“

Labrador Buddy ist neuer Co-Pädagoge in
Labrador Buddy ist neuer Co-Pädagoge in der Klinik für Altersmedizin des St.-Irmgardis-Krankenhauses. Foto: St. Irmgardis

Ganz aktuell bewegt die Oberärztin das Schicksal eines älteren Herrn. Er war unglücklich gestürzt und hat eine schwierige Zeit in einem anderen Krankenhaus hinter sich. Vor dem Sturz war er rüstig und sehr selbstständig. Das hat sich in der Zeit danach völlig verändert. Als er ins St. Irmgardis-Krankenhaus kam, war er kaum noch ansprechbar – ein ausführliches Gespräch mit ihm war nicht möglich. Auch seine Fähigkeiten, aufmerksam zuzuhören und sich einem Besucher zuzuwenden, waren stark beeinträchtigt. „Und dann kam Buddy, unser neuer Co-Pädagoge“, schildert Barbara Timmerbeul. Durch ihn veränderte sich das Verhalten des Patienten zum Positiven. „Es war, als wäre ein Schalter umgelegt. Buddy war unser Wegbereiter“, freut sie sich. Denn er schaffte es, eine Öffnung im Verhalten zu erreichen, durch die Ärzte und Betreuer wieder Zugang zum Patienten fanden. Zum Entlass-Zeitpunkt war eine umfassende Kommunikation mit dem Patienten wieder möglich. „Da hat Buddy einen richtig guten Job gemacht“, wertet die Oberärztin. Gerade Hunde eignen sich im Umgang mit dementen Patienten besonders gut. „Hunde fordern nichts vom Menschen – sie reagieren einfach“, weiß Barbara Timmerbeul. „Sie machen dem Patienten ein unverbindliches Angebot zur Kontaktaufnahme, vermitteln Wärme und Zuneigung. Und kommunizieren mit ihrer Körpersprache.“ An Buddy, den Labrador, und Sabrina Diron haben sich die Patienten des St.-Irmgardis-Krankenhauses bereits gewöhnt und freuen sich auf die Besuche. Zweimal im Monat, jeweils samstags, kommt Buddy für eine Stunde ins Haus. „Noch müssen wir keine Termine für ihn vereinbaren“, sagt Barbara Timmerbeul, „Frau Diron und Buddy besuchen alle Patienten der Altersmedizin-Station, die sich dies wünschen. Und das werden immer mehr.“